Berlin Europäische Metropole und deutsche Hauptstadt
Hrsg.: LpB |
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1. Berlin vom Fall der Mauer am 9. 11. 1989 bis zur Vereinigung der Stadt am 3. 10. 1990 Mit der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg verlor Berlin de facto seine Hauptstadtfunktion. Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten (Bundesrepublik Deutschland Mai 1949, DDR Oktober 1949) wurde auch Berlin geteilt. Ost-Berlin wurde zur Hauptstadt der DDR ausgebaut, die »Insel« West-Berlin inmitten des Territoriums der DDR in das Rechts-, Wirtschafts- und Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Die Verantwortung für die Sicherheit der Teilstadt behielten die drei Westmächte. Berlin (West) wurde somit ein Bundesland mit besonderer politischer Prägung. Berlin am 9. November 1989 Als am Abend des 9. November 1989 die DDR-Führung völlig überraschend die Grenze zu Berlin West öffnete, (siehe Zeittafel), begann faktisch der bis heute anhaltende Prozeß der Wiedervereinigung der Stadt.
Die Gefühle der Menschen in den ersten Tagen und Wochen nach dem Mauerfall waren bestimmt durch Freude und Erleichterung. Der »Insulaner« war nun plötzlich keiner mehr, Hunderttausende aus dem Ostteil der Stadt und der übrigen DDR strömten in die Einkaufszentren, umgekehrt nahmen die Westler allmählich wahr, daß ihre Stadt nun plötzlich wieder ein Umland hatte, das ohne Kontrollen jederzeit zu betreten war. Für Bürger beider Stadthälften begann ein Umgewöhnungs- und Umorientierungsprozeß, der auch gegenwärtig noch anhält. In dieser Zeit wurden die bis heute gängigen Begriffe »Ossie« und »Wessie« gebräuchlich, wobei sich mancher Berliner als »Wossie« bezeichnet.
Eine reformierte, demokratische und selbständige DDR war nach dem
Fall der Mauer eine Zielsetzung nicht nur der neuen kommunistischen
Führungsspitze um Ministerpräsident Modrow, sondern auch mancher
DDR-Bürger. Aber Ende 1989 wurde die Forderung der Menschen auf den
großen Demonstrationen in Leipzig und Berlin nach einer Vereinigung
immer stärker. Die ersten freien Wahlen
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