Geleitwort des Ministeriums für Kultus, Jugend und
Sport
Die Oder markiert eine Grenze, der seit dem Ende des
Ost-West-Konfliktes vor dem Hintergrund des europäischen
Integrationsprozesses eine neue Dimension zukommt.
Von hier aus bestimmt sich ein verändertes politisches Denken und Handeln,
das - gespiegelt in gemeinsamer Geschichte und Kultur - Trennendes überwindet
und zukünftige Chancen eröffnet für einen befruchtenden Ausgleich zwischen Ost
und West. Die Semantik, die dem Begriff der "Brückenlandschaft" eignet,
verdeutlicht dieses in plastischer Bildhaftigkeit. Die Geschichte dieser Region
fokussiert nicht nur einen wesentlichen Teil der deutschen, sondern - in den
wechselvollen Beziehungen zwischen Polen und Deutschen - der polnischen
Geschichte. Darüber hinaus verbinden sich mit dieser Landschaft bedeutende Namen
und Epochen der Literatur ebenso wie eindrucksvolle Zeugnisse der Baukunst. Im
historischen Rückblick werden Orte geistigen Lebens und Zentren industrieller
Entwicklung sichtbar.
Die facettenreiche Konzeption dieses Heftes bietet vielfältige,
lehrplanmäßige Anknüpfungspunkte zur unterrichtlichen und fächerverbindenden
Behandlung literarischer, politisch-aktueller, geographischer und
geschichtlich-kunstgeschichtlicher Themen. Die Vergegenwärtigung des Vergangenen
am Beispiel der Oderlandschaft öffnet gleichzeitig den Blick für Möglichkeiten,
die in der Zukunft Europas liegen. Voraussetzung für dieses Europa, das
wirtschaftlichen Wohlstand, Frieden und Freiheit garantiert, ist ein
gegenseitiges Verständnis, das auf Vertrauen gründet. Einen kleinen Beitrag
hierzu will dieses Heft leisten.
Klaus Happold Ministerialrat
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