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IV. Die Geschichte der Regionen 1


1. Geschichte Schlesiens


"Silingerberg" - mons silensus - nannte man später den Zobten (siehe Kapitel VI. 3) mit seiner alten Kultstätte, der an die Landnahme der Oderlandschaft durch die Silinger erinnert, von denen der Name "Schlesien" abgeleitet wird. Im 2. Jahrhundert v. Chr. war dieser Vandalenstamm, von Norden kommend, eingewandert. Sechs Jahrhunderte später zog der größte Teil nach Spanien/Nordafrika. Langsam schoben sich slawische Sippen von Süden und Osten in dieses Gebiet - ein friedlicher Übergang, ein Verschmelzen ohne jegliche staatliche Organisation. Erst mit der neuen Feudalherrschaft gab es vier Gaue. Ende des 9. Jahrhunderts dehnten die böhmischen Premysliden, Burgherren von Prag, ihr Herrschaftsgebiet über die Sudeten aus. Auch Christianisierung und Anschluß an den Fernhandel dürften von Süden ausgegangen sein.

Gegenspieler der Böhmen sollten bald die polnischen Piasten werden. Von ihrem Kernland aus, dem mittleren Weichsel-Warthe-Raum, hatte dieses Geschlecht die polnischen Stämme zusammengefaßt.

Unter Herzog Mieszko I. (gest. 992) und Boleslaw dem Tapferen (gest. 1025) wurden die Böhmen bis zu den Sudeten zurückgedrängt. Dem Erzbistum Gnesen, von Kaiser Otto III. gegründet, wurde das wenig früher eingerichtete Bistum Breslau unterstellt, bis es sich 1614 ausgliederte und erst 1821 unmittelbar der römischen Kurie unterstellt wurde.

1138 wurde das Piastenreich geteilt; es bildete sich eine eigene, sich selbständig entwickelnde schlesische Linie. Kriegszüge deutscher Kaiser erzwangen die Lehnsabhängigkeit Polens. Die deutsche Geschichtswissenschaft betont diese Herrschaftsform der deutschen Kaiser, während polnische Historiker sie als zweitrangig einstufen und Schlesien als Besitz Polens ansehen.

Der innere Anschluß der schlesischen Piasten an den deutschen Westen wurde durch Heiraten mit deutschen Fürstentöchtern gestärkt, so durch Heinrichs I. (1202-38) Ehe mit Hedwig von Andechs, die, 1267 heilig gesprochen, als Landespatronin bis heute verehrt wird. Stärker als zuvor wurde die Ansiedlung deutscher Bauern, Handwerker, Kaufleute und Bergknappen, die in der Mehrzahl aus dem thüringisch-obersächsischen Raum kamen, von den Landesherren gefördert. Die Grundherren warben sie aus wirtschaftlichen Gründen an, und die Weiterentwicklung der schlesischen Kulturlandschaft geschah ohne Rechtsbrüche. Waldhufen- und Straßendörfer (Reihensiedlungen beiderseits eines Talwegs) waren die typische bäuerliche Siedlungsform. Statt der früheren Feldgraswirtschaft brachte nun die Dreifelderwirtschaft höhere Erträge. Für die Städte wurde der große Marktplatz und die schachbrettartige Bebauung, z.T. mit Steinbauten, charakteristisch. In den ca.120 Städten bis Mitte des 14. Jahrhunderts galt deutsches Recht nach dem Vorbild von Magdeburg und Halle, das auch die polnische Bevölkerung übernahm. Mit dem Abbau von Gold und Silber wurde statt des Tauschhandels nun ein Münzwesen möglich. Zahlreiche Orden förderten in neuen Klöstern neben religiösen und pädagogischen Aufgaben die wirtschaftliche Entwicklung.

Dieser Aufschwung wurde 1241 durch die Mongolen gefährdet. Sie siegten zwar bei Liegnitz über das Heer, das sich aus deutschen und polnischen Rittern und Bauern zusammensetzte, und Piastenherzog Heinrich II. fiel in diesem Kampf, doch rückte das mongolische Heer anschließend ab. Das Ereignis wird heute gern als ein Ausgangspunkt gemeinsamer deutscher und polnischer Geschichtsschreibung gesehen.

Die Kriegsverwüstungen wurden durch verstärkte Siedlungspolitik bald überwunden. Die dynastische Aufgliederung der Piasten zersplitterte freilich Schlesien, und 1320 gab es zehn niederschlesische und sieben oberschlesische Territorien, deren Fürsten als Lehnsleute Anschluß in Böhmen suchten.

Der böhmische König Karl, seit 1347 als Karl IV deutscher Kaiser, schenkte Schlesien sein Hauptinteresse. Der Handel auf der "Hohen Straße" von Leipzig über Görlitz, Breslau, Lemberg bis zum Schwarzen Meer wuchs weiter an; in vielen Städten wurden repräsentative Bauten errichtet. Unter Karls Nachfolgern nahmen Fehdeunwesen und Raubrittertum wieder überhand. Die Hussitenkriege brachten schließlich Tod und Verwüstung.

1458 gelang es dem Ungarn-König Corvinus, die böhmische Krone zu erringen und damit auch das zerrissene Schlesien zu erwerben. Mit großer Tatkraft gestaltete er ein neuzeitlich verwaltetes Territorium: regelmäßige Fürstentage in Nieder- und Oberschlesien, Generallandtage für Gesamtschlesien, einheitliches Münzwesen und verstärkten Handel mit Ungarn. Da seine Nachfolger ohne männlichen Erben blieben, schloß er mit Kaiser Maximilian I. einen Ehevertrag für dessen Enkel Ferdinand. So kam Schlesien 1526 für mehr als 200 Jahre an die Habsburger.

Seit 1520 breitete sich die Reformation auch in Schlesien aus, womit sich der Einfluß deutscher Kultur sowie die Verbindung zu den mitteldeutschen Gebieten verstärkte. Die katholischen Habsburger schonten hier lange den Protestantismus, weil sie durch die Türkenkriege gebunden waren. Unter Kaiser Rudolf (1576-1612) änderte sich das Zusammenwirken, als dieser die Konfession seiner Untertanen bestimmen wollte.

So sahen sich die schlesischen Stände gezwungen, den Böhmen 1620 bei der Wahl des pfälzischen Kurfürsten
Friedrich V. zu ihrem König zuzustimmen. Nach dessen Flucht begann auch in Schlesien die Gegenreformation. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Oderland durch die Heere Wallensteins und Gustav Adolfs schwer heimgesucht. Im Friedensschluß 1648 blieben die Herzogtümer Liegnitz, Brieg, Oels und Münsterberg noch evangelisch; ca. 200 000 Protestanten verließen das Land und zogen z.T. auch nach Polen.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erlebte Schlesien einen Wiederaufbau. Der Merkantilismus verbesserte seine Wirtschaftsstruktur. Am Ende des Jahrhunderts wurde das geistige Profil besonders von den Jesuiten geprägt, die die Breslauer Universität "Leopoldina" 1702 gründeten und eine rege Bautätigkeit anregten.

1740 rückte König Friedrich II. von Preußen mit einem Heer in das militärisch kaum geschützte Schlesien. Im Frieden von Breslau (1742) mußte Maria Theresia Schlesien abtreten, gab aber den Anspruch auf das Land nie auf. Friedrich konnte in einem zweiten Krieg (1744-1745) seine Beute verteidigen und begann 1756, als er sich von einem neuen Bündnissystem eingekreist sah, den Dritten Schlesischen Krieg, den Siebenjährigen, in dem das Oderland wiederum schwer verwüstet wurde. Er endete mit dem Frieden von Hubertusburg und dem endgültigen Verbleib Schlesiens bei Preußen. Habsburg behielt nur das Gebiet um Troppau und Teschen. Friedrich II. verfügte nun eine politische Neuordnung. Mit der Einrichtung der Kriegs- und Domänenkammern war Schlesien schon 1741 "auf märkischen Fuß" gebracht worden. Die "Provinz Schlesien" teilte man in Kreise unter Leitung von Landräten ein, die auf Vorschlag adliger Grundherren aus deren Mitte bestimmt wurden; ein Provinzialminister war dem König unmittelbar verantwortlich. Obwohl Friedrich sich gegenüber den Konfessionen tolerant verhielt, waren Katholiken oft benachteiligt, weil viele als Sympathisanten der Habsburger galten. Andererseits schützte der König das Schulsystem der Jesuiten, als 1773 der Papst den Orden auflöste. Im militärischen Bereich wurde das preußische Rekrutierungssystem übernommen. Preußen unternahm auch große Anstrengungen, das Land weiter zu "peuplieren" und die Wirtschaft zu fördern. In Oberschlesien entwickelte sich das damals modernste kontinentaleuropäische Montanrevier.

Mit dem nüchternen Preußentum strömte in das Schlesien des heiteren österreichischen Barocks eine neue Lebensart. Im Zeitalter Napoleons wurde Schlesien erneut Kriegsschauplatz. 1813 ging von Breslau das Signal zur Erhebung gegen die französische Herrschaft aus, und ins Freikorps des Majors von Lützow strömten viele Freiwillige, deren Uniformfarben - schwarz, rot, gold - später zum Symbol für die Sehnsucht der Deutschen nach Einheit und Freiheit wurden. König Friedrich Wilhelm III. hatte Anfang 1813 seine Residenz nach Breslau verlegt, wo er den "Aufruf an mein Volk" erließ und den Orden des Eisernen Kreuzes stiftete.


Befreiungskriege 1813-15. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen erläßt am 17. März 1813 in Breslau den Aufruf
"An mein Volk". - "Breslau in den Tagen der Erhebung (März 1813)"
(Farbdruck um 1890, nach Aquarell von Richard Knötel, 1857-1914).

Nach dem Wiener Kongreß 1815 wurde die Provinz Schlesien um Teile der sächsischen Oberlausitz mit Lauban, Görlitz und Hoyerswerda vergrößert. Die Stein-Hardenbergschen Reformen hatten auch hier die Erbuntertänigkeit der Bauern beseitigt sowie eine neue Städteordnung und Gewerbefreiheit ermöglicht. Mit der Säkularisation war das Kirchengut eingezogen worden.

So waren Voraussetzungen für eine moderne Entwicklung geschaffen; die in Aussicht gestellte politische Beteiligung des Volkes am Staatsgeschehen durch Verfassungsorgane blieb jedoch aus. 1823 wurde lediglich ein Provinziallandtag mit Vertretern der Fürsten und Standesherren, Städte und Bauern eingerichtet, ein wenig bedeutsames Gremium. Petitionen und Initiativen der liberalen Opposition, für die Breslau einen Eckpfeiler neben Königsberg und der Rheinprovinz darstellte, fanden keine Resonanz. Die politische Unzufriedenheit wurde durch eine Verschlechterung der Wirtschaft verstärkt. Nach dem Fortfall der napoleonischen Kontinentalsperre seit 1813 waren angesichts der preußischen Freihandelspolitik z.B. billigere Produkte der englischen Textilindustrie ins Land geströmt. Die Umstellung auch bei den deutschen Fabrikanten führte zur Verelendung und zu Unruhen der schlesischen Hausweber, die 1844 vom Militär blutig niedergeschlagen wurden.


Käthe Kollwitz (1867-1945): "Der Sturm".
Aus dem Zyklus "Ein Weberaufstand" (1897). Radierung, 23,7 x 29,5 cm.


So entzündeten sich 1848 - noch vor den Berliner Demonstrationen - in Schlesien zahlreiche Aufstände. Schlesische Liberale wirkten in der Berliner Nationalversammlung und in der Paulskirche mit. 1849 kam es in Breslau zum Barrikadenkampf und Ausnahmezustand. Nachdem radikale Clubs und Gruppierungen aufgelöst worden waren und eine allgemeine politische Ermüdung einsetzte, begrüßte die Mehrheit schließlich die "Oktroyierte Verfassung" von 1850. In der anschließenden Reaktionszeit konsolidierte die Krone die politischen Verhältnisse durch Abbau von Mißständen, aber auch durch Verfolgung Oppositioneller und Einschränkung der Presse- und Versammlungsfreiheit.

Mit der "Neuen Ära" seit 1858, mit den Sympathien für die aufständischen Polen 1863 wie einst 1830, erwachte wieder ein politisches Leben. Der Krieg gegen Österreich entfachte 1866 neuen Patriotismus für Preußen, und König Wilhelm I. nahm die erste Siegesparade nicht in Berlin, sondern in seiner "getreuen Stadt Breslau" ab. Die Nationalliberalen gaben nun den Ton an, während Breslau zuvor eine Hochburg der Fortschrittspartei gewesen war. Nach der Reichsgründung 1871 sollte der Kulturkampf eine schwere Belastung Schlesiens werden. Während dieses Konflikts konnte die neue Zentrumspartei hier großen Einfluß gewinnen. Der sozialdemokratischen Bewegung, als deren hervorragender Vertreter der Breslauer Publizist Ferdinand Lassalle galt, gelang es dagegen nicht, in Schlesien ein besonderes Echo zu finden.

Schlesien erlebte im 19. Jahrhundert einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Das Eisenbahnnetz wuchs nach 1842 rasch und begünstigte die Bildung neuer Industriegebiete und den Abbau von Bodenschätzen. Zählte um 1800 die Bevölkerung knapp zwei Millionen, so lebten um 1900 mehr als viereinhalb Millionen Menschen in dieser reich gewordenen Agrar- und Industrielandschaft.

Neben staatlicher Initiative - in Malapane war 1754 mit der "Königlichen Hütte" die erste Maschinenbauanstalt Preußens entstanden - bildete ein aktives privates Unternehmertum die Basis für ein blühendes Revier. Ein großer Teil der "wasserpolnisch" sprechenden Landbevölkerung nahm bei Zuzug in die rasch wachsenden Städte diesen Dialekt mit, der sich vom weiterentwickelten Hochpolnisch unterschied. Er enthielt viele deutsche Lehnwörter, während deutsche Bauern und Bergleute viele polnische Ausdrücke benutzten. Für Bildung und beruflichen Aufstieg war freilich die deutsche Sprache der Oberschicht entscheidend. Erst mit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann dieses Zusammenleben durch den Gegensatz der Nationalitäten zu zerbrechen, forciert durch die penetrante Germanisierungspolitik im deutschen Kaiserreich und den Kulturkampf. "Polnisch" und "katholisch" wurden vereinfachend als deckungsgleich angesehen so wie "deutsch bzw. preußisch" und "evangelisch".


Die preußische Germanisierungspolitik wird in diesem Ausschnitt eines zeitgenössischen Gemäldes von W. Kossak eingefangen: Hoch zu Roß werden die neuen Anordnungen verlesen, der unterlegene Pole akzeptiert diese empört mit geballten Fäusten.

1903 zog mit Wojciech Korfanty (1873-1938) zum erstenmal ein Abgeordneter der Polenpartei in den Deutschen Reichstag. Er sollte nach 1918 zur Symbolfigur der polnischen Nationalbewegung in Oberschlesien werden.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs fürchtete man auch in Schlesien die "russische Dampfwalze". Die deutschen Truppen konnten jedoch einen Vorstoß gegen Oberschlesien aufhalten.

Die Wiederherstellung Polens war zu einem der Kriegsziele der Entente-Mächte im Ersten Weltkrieg geworden, und so wurde im Versailler Vertrag bestimmt, daß ganz Oberschlesien an Polen abzutreten sei. Aufgrund britischen Einspruchs wurde jedoch 1920 eine Volksabstimmung angeordnet. Französische, britische und italienische Truppen rückten in die Abstimmungsgebiete ein, um die "Interalliierte Regierungs- und Plebiszitkommission" zu unterstützen. Polnische Gruppen hatten seit 1919 versucht, durch zwei Aufstände vollendete Tatsachen zu schaffen. So fand die Abstimmung am 20. März 1921 in sehr gespannter Atmosphäre statt bei einer Wahlbeteiligung von 97%. 59,6% der Oberschlesier votierten für einen Verbleib bei Deutschland, 40,4% für Polen. Über ein Drittel der Bevölkerung mit polnischer Muttersprache hatte für das Deutsche Reich gestimmt. Dieser für Polen überraschende Mißerfolg führte 1921 zum dritten polnischen Aufstand, in dem Korfantys Kampftruppen den beanspruchten Teil Oberschlesiens besetzten. Beim Sturm auf den Annaberg kam es zu blutigen Gefechten mit deutschen Freikorps. Dieser letzte der Aufstände erlosch vor allem durch den Eingriff der Alliierten. Wenn auch noch Zweifel über die künftigen Grenzziehungen bestanden, wollte besonders Frankreich der Wirtschaft Polens mit Teilen des Industriereviers eine sichere Basis schaffen. Am 20. Oktober 1921 nahm eine Botschafterkonferenz in Paris, ohne Widerspruch zu akzeptieren, einen Teilungsvorschlag des Völkerbunds an. 9713 km2 blieben bei Deutschland, 3212 km2 mit den Industriegebieten um Kattowitz, Rybnik und Tarnowitz, aus denen nun ca. 100 000 Deutsche auswanderten, kamen zu Polen. Deutsche wie Polen wollten diesen Teilungskompromiß nicht akzeptieren, und in einer Flut von politischen Schriften wurde die "französisch-polnische Verschwörung" während der ganzen Weimarer Zeit verurteilt, nach der das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" mißachtet worden sei. In Polen forderte man eine Wiedergutmachung für die lange Zwangsgermanisierung. Auch die Auflage eines Minderheitenschutzvertrages durch die Alliierten, der unter anderem auch Juden schützen sollte, empfand die polnische Regierung als Demütigung. So gelang in der Atmosphäre gegenseitigen Mißtrauens tragischerweise keine zufriedenstellende Regelung der Minderheitenprobleme zwischen Deutschen und Polen.

Das polnische Gebiet gewann mit der "Kohlenmagistrale Kattowitz-Gdingen" (siehe Anm. 1 zu Kap. III.) einen direkten Exportzugang zur Ostsee. Für das deutsche Westoberschlesien wurde der Schiffahrtsweg auf der Oder verbessert und ab 1936 durch den Bau einer Autobahn Berlin-Breslau-Beuthen eine schnelle Verbindung geschaffen, die freilich bald zu militärischen Zwecken genutzt werden sollte.

1939 diente Schlesien als eines der Aufmarschgebiete für die Angriffsarmeen Hitlers, der mit einem fingierten "polnischen" Überfall auf den Rundfunksender Gleiwitz ein Täuschungsmanöver inszeniert hatte, um den Krieg gegen Polen zu entfesseln. 1945 eroberten sowjetische Truppen Schlesien. In der Konferenz von Jalta (Februar 1945) wurde beschlossen, daß die schlesischen Gebiete bis zur Oder und Neiße unter polnischer Verwaltung stehen sollten.

Am 21. Juni 1990 billigten im Zusammenhang mit dem Staatsvertrag zur künftigen deutschen Einheit der Deutsche Bundestag und die Volkskammer der DDR in gleichlautenden Erklärungen die seit 1945 bestehende Grenze als polnische Westgrenze.

Anmerkungen:

1 Zu Vorpommern siehe Heft 19/1990 unserer Reihe (Mecklenburg-Vorpommern).
   Zur Mark Brandenburg siehe Heft 28/1994 unserer Reihe (Zwischen Elbe und Neiße).


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