Zeitschrift

Polen in Europa





Geleitwort

 

 


titpolen.gif (18134 Byte)

Inhalt

 

Polen ist - der Titel des Heftes spiegelt dies in pointierter Kürze - vor dem Hintergrund gemeinsamer kultureller Traditionen und historischer Prozesse Teil Europas.

Im Laufe seiner Geschichte leistete die polnische Nation wichtige Anregungen und Beiträge zum gesamteuropäischen Kultur- und Geistesleben; von hier aus erfuhren die Ideen von Freiheit und Demokratie wesentliche Impulse. Zu nennen sind beispielsweise Persönlichkeiten wie T. Kosziusko und dessen herausragende Rolle im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, zu erinnern ist an die erste, moderne und schriftlich fixierte Verfassung Europas vom Mai 1791, von weitreichender Bedeutung und nachhaltiger Resonanz war der in ganz Europa mit Begeisterung und Anteilnahme verfolgte Kampf der Polen um Freiheit im Jahre 1830/31. Die Gewerkschaft Solidarność trug - auch im Rückgriff auf dieses geschichtliche und nationale Bewusstsein - ganz entscheidend mit zum Zerfall der marxistisch-sozialistischen Gesellschaftssysteme des Ostens bei. Die seither eingetretenen radikalen weltpolitischen Veränderungen ordnen sich zu neuen Konstellationen, die ihre Legitimation verstärkt in elementaren geschichtlichen Traditionen suchen.

Vor diesem Hintergrund erfährt Polen im Kontext der europäischen Integration in der aktuellen politischen Wahrnehmung eine Neubewertung: Mit einem künftigen Beitritt Polens zur Europäischen Union verbinden sich zwar sicher nicht geringe Probleme wirtschafts-finanzpolitischer und - im Blick auf die ehemaligen GUS-Staaten - sicherheitspolitischer Art. Andererseits eröffnet die Aufnahme des polnischen Staates in die europäische Wirtschafts- und Wertegemeinschaft auch große Chancen für beide Seiten. Polen wird in besonderem Maße eine ausgleichende Mittlerfunktion zwischen Ost und West zukommen - nicht zuletzt wird der Aussöhnungs- und Verständigungsprozess zwischen Polen und Deutschen weiter befördert.

Die detailreiche Fülle des in diesem Heft ausgebreiteten Materials bietet sicher Ansatzpunkte zur Vertiefung von Unterrichtssequenzen, die die Geschichte Europas, das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen und die Problematik des europäischen Einigungsprozesses mit seinen Chancen und Risiken betreffen.

Klaus Happold

Ministerialrat

pflinks.gif (1081 Byte)


Copyright ©   1998  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de