Zeitschrift 

DeutschlanD & Europa

Das vereinigte Deutschland
in Europa
 

Heft 40/2000 , Hrsg.: LpB

 

Inhaltsverzeichnis


Geleitwort des Ministeriums

Ein Dezennium ist vergangen, seit die Teilung Deutschlands endete. Am 3. Oktober 1990 traten die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen der Bundesrepublik bei; einen Tag später konstituierte sich der erste gesamtdeutsche Bundestag in Berlin.
Was vielen als Utopie oder illusionärer Appell erschien, nämlich das in der Präambel des Grundgesetzes formulierte Postulat, in »freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden«, war unerwartet Realität.
Diese historische Zäsur, die Wiedergewinnung nationaler Einheit und Souveränität, kennzeichneten aber gleichzeitig außen- wie innenpolitisch zahlreiche Schwierigkeiten und Probleme: Nachgerade unheilvoll-traumatische Erinnerungen im Kontext der jüngeren Geschichte mischten sich, vor allem in England und bei den europäischen Nachbarn, mit diffusen Ängsten eines politisch hegemonialen Anspruchs oder der wirtschaftlichen Dominanz Deutschlands. Befürchtet wurde eine unkontrollierte Verschiebung des »Europäischen Gleichgewichts«.
International sah sich Deutschland vor die Aufgabe gestellt, seine Rolle neu zu definieren - innenpolitisch war der schwierige Prozess der Überwindung wirtschaftlicher Diskrepanz, sozialer Unterschiede sowie geistiger, kultureller und gesellschaftspolitischer Differenzen zu bewältigen.
Zehn Jahre nach dem Fall der Mauer erscheint es sinnvoll, die bisherige Entwicklung zu reflektieren: Wie hat sich beispielsweise der Prozess auf dem Weg zur inneren Einheit vollzogen und wie haben ihn die Menschen in Ost und West wahrgenommen? Oder: Welche Konsequenzen ergaben sich für die Bundesrepublik Deutschland in Europa generell im Kontext internationaler Beziehungen?
Das vorliegende Heft kann zur Behandlung dieses Fragenkomplexes einige Anregungen geben. Ansätze bieten sich in Fächern wie Geschichte und Gemeinschaftskunde, Erdkunde, insbesondere aber auch in der Rezeption entsprechender Literatur im Fach Deutsch.

Klaus Happold
Ministerialrat
Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg


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