Die Donau
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4. Die Donau kommt nach Wien 1 |
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Wien besitzt eine Besonderheit, die sonst in keiner Groß- oder Weltstadt zu finden ist: eine 21 Kilometer lange Erholungsinsel zwischen den beiden Donausträngen, zentral gelegen und mit U- und S-Bahn bequem erreichbar. Bis zu 200 000 Menschen tummeln sich hier an schönen Sommersonntagen. Wien liegt nun wirklich und endgültig an der Donau und die Donau mitten in Wien. Das war jahrhundertelang nicht so. Wien
ist ein alter Siedlungsplatz im Westteil des Wiener Beckens,
wo die Alpen im Wienerwald auslaufen und die Donau sich einst
in ein breites Netz von verschlungenen Armen verzweigte. Der
Name des Ortes und des Wienflusses stammt vom keltischen
Stamm der Wienden, deren Siedlung Vindomina am Leopoldsberg
schon für 350 v. Chr. belegt ist. Die Römer
errichteten ab 15 v. Chr. ihr Militärlager Vindobona etwas
südlich davon am westlichsten Donauarm auf der 10 m höheren
Talterrasse, die vor Hochwasser schützt. Nach ihrem Rückzug
im 5. Jahrhundert wurde die Siedlung Handelsstadt und im 12.
Jahrhundert Herzogssitz Österreichs. Doch auch die Dörfer östlich des Stromes wuchsen beträchtlich, Floridsdorf sogar zu einer Kleinstadt: Erreichbar aber waren sie nur mit der Floridsdorfer Donaufähre. So entschloss sich die kaiserliche Reichsverwaltung, den Wildstrom mittels einer großen Donauregulierung zu bändigen. In einer ersten Phase (1869/70) wurde der Südwestarm mit Steinmauern begradigt - der »Donaukanal« war entstanden. In der Hauptphase bis 1874 schüttete
man die meisten Flussarme zu und schuf mit einem großen
geraden Durchstich - auch als Schifffahrtsstraße
- die neue Donau. Einen Teil des früheren Hauptarmes ließ
man isoliert als »Alte Donau« bestehen. Gleichzeitig
entstanden erstmalig zwei Straßenbrücken,
die Floridsdorfer Brücke und die Reichsbrücke, dazu
zwei Eisenbahnbrücken. 1904 wurde Floridsdorf eingemeindet.
Doch große Teile des heutigen Stadtgebiets lagen noch
außerhalb. Auf dem Nordteil der neuen Insel dehnte sich
die Wiener Mülldeponie immer weiter aus. Auch war die Hochwassergefahr
wegen des verkürzten Donaulaufs noch verschärft worden.
Anmerkung 1 In der Reihe »Deutschland und Europa« ist im November 1999 das Heft 39 »Wien - Europäische Metropole im Wandel« erschienen. Literaturhinweise Raimund Hinkel: Wien an der Donau. 1. Auflage, Wien 1995 Elisabeth Lichtenberger: Wien - zwischen extremer Grenz- und Mittelpunktslage. In: Der Bürger im Staat, 47. Jg. H. 2, S. 80 ff., Stuttgart 1997
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