Katalonien Partnerregion Baden-Württembergs
Hrsg.: LpB |
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5. Salvador Dalí : skurrile Hinterlassenschaften im Norden Von Max Steinacker Eine Studienfahrt nach Katalonien ohne Dalí ist kaum vorstellbar. Nur 25 Kilometer südlich der französischen Grenze kommt man nach Figueres, wo der Surrealist 1904 geboren wurde. Sein Geburtshaus in der Carrer Narcís Monturiol schmückt eine Plakette und in den Schaufenstern erweist der örtliche Einzelhandel dem größten Sohn der Stadt seine Reverenz auf vielfältige Weise. Wenig Dinge scheint es zu geben, die nicht mit Motiven des Meisters bedruckt werden könnten. Die weich-zerfließende Uhr ist dabei ein Renner. Mit dem 1974 eröffneten Theater-Museum hat sich der Künstler sein eigenes Denkmal und, ohne es zu wollen, ein Pantheon geschaffen. Nach dem Prado in Madrid ist das Dalí-Museum in Figueres der unbestrittene Publikumsmagnet in Spanien. Wer eher das traditionelle Museum schätzt, wird diesen Erfolg nicht so ganz nachvollziehen können; jedenfalls scheint Dalí geahnt zu haben, dass die skurrile Mischung aus Merkwürdigkeiten, Kitsch und Event den postmodernen Menschen gnadenlos anzieht. Schon von außen macht das blutrot gestrichene ehemalige Stadttheater mit seiner gewaltigen Glaskuppel und gelben Rieseneiern auf den Erkern neugierig. Innen begeistert Schüler meist die Installation der Schauspielerin Mae West (ein Sofa repräsentiert ihre Lippen) sowie ein echter Cadillac. Neben wichtigen Bildern des Malers finden sich auch Werke zeitgenössischer und klassischer Künstler (u.a. El Greco). Im Untergeschoss ist Dalí beigesetzt, obwohl eine Gruft im Schloss seiner Frau Gala in Púbol vorbereitet gewesen war. Das völlig nach den Vorstellungen Dalís gestaltete theatralische Museum erscheint demnach als surrealistisches Gesamtkunstwerk. Im mittelalterlichen Schloss von Púbol, wo seine Frau Gala bis zu ihrem Tod lebte, sind seit 1996 Bilder zu sehen, die Dalí für sie malte. Im Garten befinden sich die Elefanten-Skulpturen. Das 1997 eröffnete Museum in der Bucht von Port Lligat (nördlich von Cadaqués) vermittelt einen Einblick in das dalianische Universum. Die Anlage aus ehemaligen Fischerhäusern wurde von Gala und Dalí in fast fünf Jahrzehnten umgestaltet. Schon in seiner Kindheit und Jugend wurde Dalí hier vom Licht und der rauen Landschaft inspiriert. Zu besichtigen sind unter anderem das Atelier und die Bibliothek.
Copyrigth: Jaume Romagosa/Fundació Gala-Salvatdor Dalí, 2001
Öffnungszeiten: Dalí-Museum Figueres Púbol: Museum Schloss Gala Dalí Port Lligat: Wohnhaus Salvador Dalí |
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