| Ursprüngliche
Bevölkerung |
Iberische
Völker |
|
|
| ca. 600
v. Chr. |
Gründung
der griechischen Kolonie Ampurias/Empúries |
| 218 v.
Chr. |
Beginn
der Romanisierung |
| ca. 450
n. Chr |
Die
Westgoten erobern Katalonien. |
| 711 |
Das
Gebiet fällt unter muslimische Herrschaft. |
| 785 |
Beginn
der christlichen Reconquista |
| 801 |
Ludwig
der Fromme erobert Barcelona. Der
nördliche Teil Kataloniens wird zur Marca Hispánica
des Frankenreichs. |
| 9.
u.10. Jh. |
Die
katalanischen Grafschaften, zu Beginn dem westfränkischen
bzw. französischen König untertan, erlangen allmählich ihre
Unabhängigkeit. |
| 11.
u.12. Jh. |
Erwerb
von Gebieten nördlich der Pyrenäen (Provence,
Languedoc) |
| 1137 |
Ehevertrag
zwischen Ramon Berenguer IV.,Graf von Barcelona und
Petronila/ Peronella, Erbin der Krone Aragoniens |
| 1153 |
Ramon
Berenguer IV. erobert Neu-Katalonien (Catalunya
Nova). Katalonien erlangt damit etwa die heutige Ausdehnung. |
| 13.
u.14. Jh |
Die
wichtigsten katalanischen Institutionen entstehen: les Corts
(Ständeversammlung), Diputació del General oder Generalitat
(ständige Vertretung der Cortes), Consell de Cent (Rat der
Stadt Barcelona). |
| 1469 |
Ferdinand,
Erbe der Krone Aragons, heiratet seine
Cousine Isabel, Erbin von Kastilien. Als die »Katholischen
Könige« (Los Reyes Católicos) gehen sie in die Geschichte
ein. Die Trennung der Reiche bleibt erhalten. Ihr Enkel, der
Habsburger Karl I. (Kaiser Karl V. von Deutschland) ist Erbe
beider Kronen. |
| 16. u.
17. Jh. |
Zwar
bleiben die Gesetze und Institutionen Kataloniens
erhalten, aber die spanische Regierung versucht die Macht zu
zentralisieren, was gelegentlich zu Spannungen führt. |
| 1640 |
Aufstand
katalanischer Bauern in Barcelona |
| 1641 |
Katalonien
trennt sich von der spanischen Monarchie
und unterwirft sich den Franzosen. Der Vizekönig und die der
Kollaboration mit der Krone verdächtigen Katalanen finden den
Tod. Das Lied »Els segadors« (Die Schnitter) wird zur
Grundlage der heutigen katalanischen Hymne. |
| 1659 |
Pyrenäenfrieden:
Die katalanischen Gebiete nördlich
der Pyrenäen gehen endgültig an Frankreich verloren. |
| 1700 |
Karl
II., der letzte Habsburger auf dem spanischen Thron, stirbt ohne
Nachkommen. |
| 1701-1713 |
Spanischer
Erbfolgekrieg: Katalonien unterstützt den
Habsburger Thronprätendenten Erzherzog Karl gegen den Bourbonen
Philipp von Anjou (zu dem es vorher
gestanden hatte), auf den sich schließlich die europäischen
Mächte einigen. |
| 11.
Sept. 1714 |
Kapitulation
Barcelonas vor den Heeren Philipps V. Die Führer des Widerstands werden hart
bestraft oder hingerichtet. Der 11.
September ist heute der katalanische Nationalfeiertag. |
| 1716 |
Dekret
über den Neuaufbau: Ende der katalanischen Selbstverwaltung.
Die katalanischen Institutionen werden aufgelöst, oberste
politische und militärische Autorität erhält ein vom König
eingesetzter Generalgouverneur. |
| 18. Jh. |
Wirtschaftlicher
Aufschwung und Beginn der Industrialisierung |
| 1808-1814 |
Katalonien
beteiligt sich aktiv am spanischen Unabhängigkeitskrieg
gegen die französische Besatzung unter Napoleon. |
| 19. Jh. |
Ausbau
der Industrialisierung, vor allem der Textilindustrie |
| 1848 |
Erste
Eisenbahnlinie Spaniens: Barcelona-Mataró. Entstehung
politischer Parteien (seit 1876 ist Spanien eine
konstitutionelle Monarchie). Bewegung
zur Wiederaufwertung der katalanischen Sprache und Kultur (Renaixença). |
| 1914 |
Mit
der Mancomunidad de Diputaciones (Mancomunitat),
einem Verband, in dem die vier katalanischen Provinzen
organisiert sind, entsteht eine einflussreiche katalanische
Institution. |
| 1923-1930 |
Rückschlag
dieser kulturellen und politischen Entwicklung
unter der Diktatur von Primo de Rivera |
| 1931/1932 |
Nach
Einführung der Republik in Spanien wird die
Generalitat wieder eingesetzt und die Cortes in Madrid stimmen
einem Statut für Katalonien zu. |
| 1934 |
Der
Eintritt extrem konservativer Minister ins spanische
Kabinett löst in Barcelona einen politischen Aufstand aus, der
schnell unterdrückt wird und zur Aufhebung des Autonomiestatuts
führt (bis 1936). |
| 1936-1939 |
Bürgerkrieg:
Katalonien steht auf der Seite der Republik.
Um die Unterstützung der Anarchisten zu erhalten, stimmt die
katalanische Regierung einem Kollektivierungs-Gesetz zu (Ley de
Colectivizaciones y Control Obrero). Dieser Versuch einer
sozialen Revolution, getragen von den Anarchisten und
Trotzkisten (CNT, POUM), wird im Mai 1937 von den Kommunisten
und Regierungskräften blutig niedergeschlagen. (»Bürgerkrieg
im Bürgerkrieg«). Ein Augenzeuge
dieser Ereignisse war George Orwell. Seine Werke Homage to
Catalonia (1938) und Animal Farm (1945) sind eine narrative
Auseinandersetzung mit der stalinistischen Form des Kommunismus. |
| 1939 |
Nach
dem Sieg Francos werden alle katalanischen Institutionen
aufgelöst. Spanisch wird zur einzigen offiziellen Sprache,
katalanische Zeitungen und Publikationen sowie die katalanische
Fahne und Hymne werden verboten, Städte- und Straßennamen
werden hispanisiert etc |
| 40er,
50er und 60er Jahre |
Einwanderung
vieler Spanier aus anderen Regionen, vor allem aus Andalusien,
Extremadura und Murcia |
| 20.11.1975 |
Tod
Francos |
| 1977 |
Wiedereinsetzung
der provisorischen Generalitat |
| 1979 |
Die
Cortes in Madrid stimmen dem »Statut für Autonomie
Kataloniens« zu, dessen Entwurf von katalanischen
Parlamentariern stammte. Am 25.10.
stimmt die katalanische Bevölkerung in einem Referendum dem
Statut zu. |
| 1987 |
Beginn
der Regionalpartnerschaft zwischen Katalonien
und Baden-Württemberg |
| 1980 |
Erste
freie Wahlen zum katalanischen Parlament. Aus diesen und den
folgenden Wahlen 1984, 1988, 1992 und 1995 geht das
Parteienbündnis Convergència i Unió (CiU) als Sieger hervor.
Präsident der Generalitat ist seit 1980 Jordi Pujol i Soley. |
| 1988 |
Gründung
der Arbeitsgemeinschaft der Vier Motoren
für Europa: Baden-Württemberg, Katalonien, Lombardei,
Rhône-Alpes |
| 1999 |
Auch
nach den Wahlen zum katalanischen Parlament
(17.10.1999) bleibt Pujol i Soley Regierungschef (Koalition mit
der konservativen Partei; CiU 56 von 135 Abgeordnete, PP 12).
Allerdings verdankt er dies dem Wahlrecht, denn zum ersten Mal
seit 1979 erreichten die Sozialisten (PSC; 52 Sitze) mehr
Stimmen als die CiU. Ergebnisse der
Parlamentswahlen vom 17. Oktober
(gerundet):
|
Partei |
Prozent |
Stimmen |
Sitze |
|
|
|
|
|
CiU |
37,7 |
1,17 Mio. |
56 |
|
PSC |
37,9 |
1,18 Mio. |
52 |
|
PP |
9,5 |
300 000 |
12 |
|
ERC |
8,7 |
270 000 |
12 |
|
IC-V |
2,5 |
78 000 |
3 |
ERC = Esquerra Republicana de Catalunya
IC-V = Iniciativa per Catalunya-Verds
|
| 2000 |
Die
spanischen Nationalwahlen vom 12. März 2000
brachten Stimmenverluste für die Nationalisten (CiU), während
die PP (Partido Popular) ihre Stimmenzahl mehr als verdoppelte.
Wegen der absoluten Mehrheit der PP im Madrider Parlament wurde
die CiU in Spanien nicht mehr bei Abstimmungen benötigt. Die Wahlbeteiligung war mit 64,01 % um rund
fünf Prozent höher als bei den Regionalwahlen des Vorjahrs.
Ergebnis der Nationalwahlen vom 12.3.2000
in der Region Katalonien
| Partei |
Prozent |
Stimmen |
Sitze |
| |
|
|
|
| PSC-PSOE |
34,1 |
1,2 Mio. |
17 |
Convergència i
Unió (CiU) |
28,8 |
0,97 Mio. |
15 |
| Partido Popular |
22,8 |
0,77 Mio. |
12 |
| ERC |
5,6 |
0,2 Mio.
|
|
| IC-V
|
3,5 |
0,1 Mio. |
|
|