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50 Jahre
internationaler Verkehr in
Baden-Württemberg
Während der vergangenen 50 Jahre war der internationale Verkehr in
Baden-Württemberg zunächst geprägt von dem starken Wirtschaftswachstum in den
Nachkriegsjahren. Die durch den zunehmenden Wohlstand einsetzende
Massenmotorisierung führte zu einem enormen Anstieg des Straßenverkehrs.
Urlaubsreisen mit dem eigenen Auto in den sonnigen Süden wurden erschwinglich
und populär. Die boomende baden-württembergische Exportwirtschaft sorgte für
eine rasch wachsende Nachfrage im internationalen Güterverkehr. In den 70er und
80er Jahren war die fortschreitende europäische Integration die treibende Kraft
des internationalen Verkehrs, wurde doch der Reiseverkehr und der Austausch von
Gütern innerhalb der Länder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft erheblich
vereinfacht. Der Fall des »Eisernen Vorhangs« Ende der 80er Jahre führte dazu,
dass sich zentral- und osteuropäische Länder zunehmend nach Westen orientierten
und westeuropäische Unternehmen neue Absatzmärkte in Osteuropa erschließen
konnten. Dadurch waren hohe Zuwachsraten im internationalen Verkehr vor allem
auf West-Ost-Korridoren zu verzeichnen. Seit den 90er Jahren ist der
internationale Verkehr geprägt durch die Globalisierung sowie weitere
Fortschritte bei der europäischen Integration (1993: europäischer Binnenmarkt
wird Realität; 1994: Österreich, Schweden und Finnland treten der EU bei; 2002: Einführung
des Euros). Vor allem das Straßennetz wurde in den vergangenen 50 Jahren stetig
erweitert, ausgebaut und dem stark wachsenden Bedarf angepasst, während das
Schienennetz in Baden-Württemberg den heutigen Anforderungen teilweise nicht
mehr in vollem Umfang entspricht.
 Verkehrsaufkommen 1997 auf
wichtigen Hauptstrecken (PKW/Tag)
50 Jahre nach der Gründung des Bundeslandes gibt es auf dem
baden-württembergischen Straßennetz drei Hauptkorridore in Nord-Süd- und zwei
in West-Ost Richtung. Der am stärksten befahrene Nord-Süd-Korridor ist die Rheintal-Autobahn A 5 (Frankfurt -
Mannheim - Karlsruhe - Freiburg - Basel). Die
A 81 (Würzburg - Heilbronn - Stuttgart - Singen - Schaffhausen)
verläuft parallel zur A5 und weist zumindest im südlichen Teil ein im Vergleich
zur A5 niedrigeres Verkehrsaufkommen auf. Der östlichste Nord-Süd-Korridor
streift Baden-Württemberg und verläuft über Würzburg und Ulm nach Kempten (A 7). Bedeutende West-Ost-Korridore
stellen die A 6 (Mannheim -
Heilbronn - Nürnberg) sowie die A 8
(Karlsruhe - Stuttgart - Ulm - München) dar.
 Schienennetz Bahnangebot 2001
Für den internationalen Verkehr auf der Schiene haben folgende
baden-württembergische Strecken Bedeutung: Die
Rheintalstrecke Mannheim - Karlsruhe - Offenburg - Freiburg - Basel
ist nicht nur ein bedeutender Korridor für den Personenverkehr, sondern auch
für den Güterverkehr. Der überwiegende Anteil des Schienengüterverkehrs
zwischen den Beneluxstaaten und Norditalien wird durch das Rheintal
transportiert. Über die Gäubahn
werden die Ballungsräume Stuttgart und Zürich mit ICE-T-Zügen sowie Stuttgart
und Milano mit Cisalpino-Zügen verbunden. Die
Südbahn bindet in Ulm den oberschwäbischen Raum an die ICE-Linie
Stuttgart - München an und stellt über die Fährverbindung zwischen
Friedrichshafen und Romanshorn eine Verbindung zwischen Oberschwaben und der
Nordostschweiz her. Die Strecke Kehl - Karlsruhe - Pforzheim - Stuttgart - Ulm
ist Teil des europäischen Korridors
Paris - Strasbourg - Karlsruhe - Stuttgart - München - Wien - Budapest.
Reisezeiten
im internationalen Bahnverkehr im Vergleich (jeweils schnellste
Verbindung)
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Strecke
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1952
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2001
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2015
(Planungen)
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Stuttgart -
Wien
(via Salzburg)
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10:57
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7:10
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5:20
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Stuttgart -
Zürich
(via Schaffhausen)
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4:32
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2:45
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2:15
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Stuttgart
-
Milano
(via Schaffhausen)
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11:19
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6:43
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5:05
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Karlsruhe
- Paris
(via Strasbourg)
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9:39
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4:59
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2:35
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Karlsruhe
-
Milano
(via Basel)
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9:24
|
6:45
|
5:05
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Mannheim -
Paris
(via Saarbrücken)
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10:35
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5:18
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2:55
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Mannheim -
Brüssel
(via Köln)
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8:12
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5:30
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3:30
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Internationaler Bahnverkehr
1955 Schnellzug Zürich - Stuttgart
bei Welschingen-Neuhausen zwischen Singen und
Engen
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Internationaler Bahnverkehr
2001 ICE-T (ICE mit Neigetechnik)
auf der Fahrt von Zürich nach Stuttgart
bei Tuttlingen
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Baden-württembergische Flughäfen mit internationaler Bedeutung sind
der Landesflughafen
Stuttgart-Echterdingen, der
Flughafen Friedrichshafen sowie der Baden
Airport, wobei letztere vor allem von Charter-Fluglinien bedient werden.
Die Verkehrsnachfrage am Stuttgarter Flughafen hat sich in den vergangenen
Jahren sehr dynamisch entwickelt. Im Jahr 2000 wurden erstmals mehr als acht
Millionen Passagiere auf dem Landesflughafen abgefertigt.
Bedeutung für Baden-Württemberg haben auch die außerhalb der
Landesgrenze liegenden Drehkreuze (»Hubs«) Frankfurt, München und Zürich sowie
der Euro Airport Basel/Mulhouse.

Aufwertung der Magistrale Paris - Stuttgart - München - Wien -
Budapest und Stuttgart 21
Ein herausragendes Verkehrsprojekt in Baden-Württemberg
ist die Aufwertung des Schienenkorridors Paris - Strasbourg - Karlsruhe -
Stuttgart - Ulm - München - Salzburg - Wien - Budapest. Bereits 1992 schlossen
die deutsche und französische Regierung ein Abkommen, wonach die Reisezeit auf
der Strecke Paris - München auf 4:45 Stunden verkürzt werden soll. Der
französische Teil der Magistrale Paris - Strasbourg gehört seit 1994 zu den 14
prioritären Verkehrsprojekten der Europäischen Union.
Die Europäische Kommission schlägt in ihrem im
September 2001 veröffentlichten Weißbuch vor, auch den Abschnitt Stuttgart -
Ulm - München - Salzburg - Wien in die Liste der prioritären Verkehrsprojekte
aufzunehmen. Für Baden-Württemberg ist eine Aufwertung dieses Korridors
bedeutsam.
Das
Projekt Stuttgart 21 umfasst drei Teilprojekte, die vom Land
Baden-Württemberg in engem Zusammenhang gesehen werden: die Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs
und Umbau zu einem Durchgangsbahnhof ist in erster Linie ein
städtebauliches Projekt, bei dem die Stadt Stuttgart die frei werdenden
Gleisflächen einer anderen Nutzung zuführen kann. Ferner sollen die
Bahnstrecken Stuttgart-Ulm und Stuttgart-Zürich über den Landesflughafen
geführt werden, so dass nach dem Bau zweier
Flughafenbahnhöfe eine Verknüpfung des Fernverkehrs der Bahn mit
dem Luftverkehr ermöglicht wird. Kernstück des Projekts Stuttgart 21 ist der Bau einer Neubaustrecke zwischen Stuttgart
und Ulm, die Hochgeschwindigkeitsfahrten durch die Schwäbische Alb hindurch
ermöglichen und die Reisezeit auf rund 30 Minuten verkürzen wird.
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Nicht nur, weil die Anbindung an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz
ein bedeutender Standortfaktor ist und ein beträchtlicher Anteil der
Bevölkerung im Einzugsbereich dieser Linie lebt und damit von den attraktiven
Angeboten profitieren könnte, sondern auch, um zu verhindern, dass der
internationale Hochgeschwindigkeitsverkehr der Bahn Baden-Württemberg
weiträumig umfährt: Ein konkurrierender Korridor von Paris nach
Südostdeutschland verläuft über Frankfurt und Würzburg. Falls das
Jahrhundertprojekt Stuttgart 21
realisiert wird, trägt es dazu bei, die Magistrale Paris - Stuttgart - München
- Wien - Budapest nachhaltig attraktiver zu machen.
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