Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama

Architektur mit europäischer Bedeutung
Von Erika und Helmuth Kern 


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 

  

 
Das schwäbische Bauhaus am Oberen Kuhberg 

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»Ich finde, dass die terrassen
etwas herrliches sind für das zusammenleben der menschen.«
Max Bill, 1950

 

Nachkriegszeit:
Max Bill (Schweiz) baut in Ulm ein wegweisendes Hochschulgebäude


»Das Schulgebäude soll in Stahlbeton- Skelettbauweise erstellt werden. Die Konstruktionsglieder bleiben als Sichtbeton stehen ...«
Baubeschreibung, 1953 


Der Beginn (1953)

»Die hochschule für gestaltung in ulm ist eine gründung der geschwister-scholl-stiftung. die stiftung ist die juristische trägerin der hochschule. der strukturelle aufbau der hochschule ist ähnlich einem freien zusammenschluss sich ergänzender institute, studios, ateliers, labors mit den dazugehörigen werkstätten zu gemeinsamer arbeit.
die gesamte tätigkeit in der hochschule ist darauf gerichtet am aufbau einer neuen kultur mitzuarbeiten, mit dem ziel, eine unserem technischen zeitalter übereinstimmende lebensform schaffen zu helfen . das ausbildungsziel der hochschule für gestaltung ist eine fachausbildung auf breiter basis, verbunden mit einer zeitnahen allgemeinbildung.«

Aus einem Faltblatt der HfG, 1956/57

Das Ende: November 1968 - Zuschüsse gestrichen, Hochschulbetrieb wird eingestellt

»Durch ihren chronischen Geldmangel war die private Hochschule immer weiter in die Abhängigkeit von Zuschüssen des Landes Baden-Württemberg geraten. In der aufgeheizten Atmosphäre der Studentenrevolten waren die politisch Verantwortlichen nicht bereit, diese fortschrittlich gesinnte Hochschule in dem notwendigen Maß zu unterstützen.«
Htpp://unt.dpex.ulm.de/kultur/hfg.htm

Der Architekt: Max Bill - Rektor der HfG bis 1956

»Der 1953 begonnene baukomplex entspricht in wesentlichen teilen meiner auffassung eines baukomplexes: die räumliche gliederung innen und außen, die einfügung in die durch landschaft und topografie gegebenen verhältnisse, ja selbst die etwas zu primitive baudurchführung. ich musste mit äusserst geringen finanziellen mitteln auskommen und es war mein ehrgeiz, damit möglichst viel zu erreichen ...«
Max Bill, 1956

Die Idee lebt weiter (1998)

»Hoffnung auf Demokratie stand am Anfang der Ulmer Schule . Max Bill hat Raum dafür geschaffen, und vermutlich sicherte der abrupte Untergang des pädagogischen Experimentes, ähnlich wie beim Bauhaus, die weltweite Ideenstreuung. Wie von heimlichen Buschtrommeln angelockt, strömten junge Frauen und Männer aus Europa, Nord- und Südamerika, Großbritannien und Japan in die schwäbische Provinz an den Born eines vermuteten und erlernbaren Wissens. Alle haben das Programm in ihre eigene Umwelt mitgenommen.«
Margit Weinberg Staber, ehemalige HfG-Studentin

 

 

 


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