Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama

Architektur mit europäischer Bedeutung
Von Erika und Helmuth Kern 


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 

  

 Die neunziger Jahre bis heute:
Ökologie - ein europäisches Anliegen

 

Rolf Disch (1944),

lebt in Freiburg
Architekturbüro mit heute zehn
Mitarbeitern
Zahlreiche Preise u.a.:
1994 Europäischer Solarpreis für
»Solargarten Munzingen«
1995 Deutscher Architekturpreis
für das Heliotrop; 1998-1999
Gastprofessur an der Staatlichen
Hochschule für Gestaltung
Karlsruhe; 2001 Photovoltaik
Architekturwettbewerb: zweiter
Preis für die Solarsiedlung
am Schlierberg

 

Das Baumhaus Heliotrop

»Das Heliotrop, ein drehbares, zylinderförmiges Solarhaus, ist zu einer Seite hin wärmeschutzverglast, zur anderen hochwärmegedämmt. Die Glasfassade kann während der Heizperiode der Sonne nachgeführt oder aber im Sommer von der Sonne abgewandt werden. Dadurch ist eine optimale Nutzung der Sonnenenergie möglich ...Das Sonnensegel, die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses, liefert ein Mehrfaches an elektrischer Energie, als das Gebäude benötigt; der überschüssige Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und dem Erzeuger vergütet. Die umweltfreundliche Haustechnik wird ergänzt durch die Nutzung von Regenwasser, interner Kompostierung organischer Abfälle sowie Klärung des Abwassers in einer bepflanzten Teichkaskade. Folgerichtig kam für die Konstruktion des Solarhauses nur der ökologisch wertvolle Bau- und Werkstoff Holz in Frage.«

Architekturbüro Rolf Disch in: Infomationsdienst Holz, Oktober 1994

 


Das Haus des Architekten, Am Schlierberg, Freiburg, 2001 


Die Solarsiedlung am Schlierberg im Bau, 2001 

Eine Siedlung, die mehr Energie erzeugt als sie verbraucht: die geplante Solarsiedlung am Schlierberg, Freiburg

»Als Rolf Disch 1969 sein Architekturbüro eröffnete, ahnten die Menschen in den Industrieländern noch nichts von der vier Jahre später folgenden Ölkrise, die ihnen die Endlichkeit der fossilen Ressourcen bewusst machte. Weil Disch seine Arbeit als gesellschaftspolitische Aufgabe interpretierte, befasste er sich bald auch mit den Auswirkungen des Bauens auf die Umwelt. Licht und Sonne waren für mich von Beginn meiner Tätigkeit an wichtige Bestandteile des Bauens; anfangs als Quelle von Helligkeit und Wohlbefinden, dann aber zunehmend als Energiefaktor, bis hin zum solaren Bauen.«

Inzwischen ist Disch einer der bekanntesten Solararchitekten Europas. Er will dazu beitragen, das im 20. Jahrhundert verschütt gegangene Wissen ums solare Bauen wieder ans Tageslicht zu befördern. Architektur hat heute die Aufgabe, für Menschen Lebensräume zu schaffen, die sich als ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig erweisen

Michael Zipf: Leben in der solaren Stadt, in: »Deutschland« magazin/Michael Zipf, Nr. 5, Oktober/November 2000, S. 63f

 


Copyright ©   2002  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de