Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama


Europäische Kulturtage in Karlsruhe

Von Leonhard Müller


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 
 

  

 


Peter Weibel

Geboren 1944 in Odessa
Studien der Literatur, Medizin, Philosophie und des Films in Paris und Wien.
Zahlreiche internationale Gastprofessuren
1984-98 Professor für Mediengestaltung in Wien.
Seit 1.1.1999 Vorstand des Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe

img1.gif

 

Bildung: das gilt im Sinne eines lebenslangen Lernens auch für den mündigen Bürger, der sich immer wieder vergewissern sollte, welche kulturellen Gemeinsamkeiten die europäischen Länder verbinden. Die Vielfalt innerhalb dieses Spektrums zu verdeutlichen, ist Ziel der Karlsruher Kulturtage, die seit 1983 einjährig, seit 1994 zweijährig als eine der vielen Aktivitäten der Städte Baden-Württembergs stattfinden.


150 Museen - 86 Orte -
3 Länder - 1 Pass:
Der oberrheinische
Museumspass ermöglicht
ein Jahr lang
freien Eintritt in
Museen, Schlösser
und Gärten.
 

img2.gif

In dieser siebzehnjährigen Tradition standen besondere Ziele im Mittelpunkt, offen für alle Kunstformen. Die Zusammenarbeit mit dem Badischen Staatstheater schuf über Oper, Ballett und Schauspiel die entsprechenden Möglichkeiten für ausländische Gastspiele. Daneben finden zahlreiche Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Symposien und Filmretrospektiven statt, um einer Kulturlandschaft oder einem spezifischen Thema die gemäße Ebene zu schaffen.

Themen der Karlsruher Kulturtage:

  • Kunst und Kultur Kataloniens (1983)
  • Die Fünfziger Jahre (1986)
  • Französische Revolution (1989)
  • Städtegründungen und Gründungsstädte (1990)
  • Deutschland: Region - Nation - Europa (1991)
  • Estland (1992)
  • Kulturlandschaft Donau-Slowakei (1993)
  • St. Petersburg (1996)
  • »1848« - Europäische Aspekte der Badischen Revolution (1998)
  • KunstStück Zukunft (2000)
  • Mythos Europa? (2002)

Die breit gefächerte Themenstellung der Karlsruher Kulturtage zeigt, dass hier nicht eine Flucht in reine Ästhetik unter dem Motto »Kunst hat kein Vaterland« betrieben wird. Bewusst werden die politischen und gesellschaftlichen Aufgaben beschrieben, die in unserer Zeit zu leisten sind, und damit wird auch eine Veräußerlichung oder gar ein Starkult vermieden. Die Karlsruher Veranstaltungen sind also kein »Einkaufsfestival« für den Kulturmarkt, keine Plattform für einmalige Auftritte von Superstars. Wichtiger Eckpfeiler ist die Zusammenarbeit mit den örtlichen kulturellen Institutionen gemäß der Entschließung des Deutschen Städtetags von 1983. »Entscheidend sind weniger einmalige repräsentative Veranstaltungshöhepunkte als vielmehr langfristige Auswärtskontakte unter Einbeziehung der Alltagskultur und kultureller Initiativen und Vereine.«

So wichtig die Zentren in Brüssel, Straßburg, Luxemburg, die Beschlüsse und Verträge auch sein mögen, in den über 1300 Veranstaltungen der Stadt Karlsruhe in den siebzehn Jahren und der Realisierung von knapp 600 Projekten ist der anfangs skeptisch aufgenommene Begriff des »Europäischen« für viele Bürgerinnen und Bürger näher gerückt, hat an Substanz gewonnen, hat bewusst gemacht, welche Rolle der deutsche Südwesten, im Herzen Europas gelegen, zu spielen hat. Im Netzwerk der Grenzüberschreitungen spielt dabei die Nachbarschaft zu Frankreich immer eine besondere Rolle, gilt doch die deutsch-französische Partnerschaft weiterhin als Schwungachse für den europäischen Zusammenschluss.

img3.gif
Eröffnung der 15. Europäischen Kulturtage 2000 in Karlsruhe.
Vernissage der Ausstellung »Herausforderung Tier - von Beuys bis Kabakov« in der Städtischen Galerie Karlsruhe im Hallenbau (ehemalige »Industriewerke Karlsruhe«), in dem sich auch das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) befindet. 

 


Copyright ©   2002  LpB Baden-Württemberg   HOME

Kontakt / Vorschläge / Verbesserungen bitte an: lpb@lpb-bw.de