Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama

50 Jahre Partnerschaften
von Gemeinden und Schulen

Von Wolfgang Bohusch


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 
 

  

50er Jahre: Partnerschaften sollten Gräben zuschütten 

300 junge Sportlerinnen und Sportler aus den Partner­städten kamen zu einem Volley- und Basketballturnier nach Stuttgart. Seit den 60er Jahren gibt es jährlich das Straßenradrennen Stuttgart-Strasbourg. Beides findet - wie auch Schwimmveranstaltungen und Fußballturniere - im Rahmen der Stuttgarter Städtepartnerschaften statt.

Den Wandel der Einstellungen in den 50er Jahren beschleunigten auf Regierungsebene bedeutende Europapolitiker, deren Namen mit Recht in den Geschichts­büchern stehen, aber auch Städte und Gemeinden, deren Beitrag zu Europa bisweilen übersehen wird. Bereits im Juni 1948 gründeten französische und deutsche Bürgermeister am Genfer See die »Internationale Bürgermeister-Union« für europäische, besonders französisch-deutsche Aussöhnung und Zusammenarbeit. Dieselben Ziele setzte sich der »Rat der Gemeinden Europas«. (1) Heute haben in Westeuropa über 10 000 Kommunen meist mehrere Partnergemeinden im Ausland. Spitzenreiter ist Frankreich (über 4000 Partnerschaften), gefolgt von Deutschland (über 3500); knapp die Hälfte der Partnerschaften französischer Gemeinden richtet sich nach Deutschland, umgekehrt sogar über die Hälfte.

Die Landeshauptstadt Stuttgart schloss ihre erste Partnerschaft schon vor der Gründung des Landes, der Bundesrepublik und vor aller offiziellen Europapolitik.

Mit Ferienlagern begannen die transnationalen Jugendbegegnungen.

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Im Juni 1948 besuchte der Lord Mayor von St. Helens, Marshall, Stuttgart. St. Helens, 194 000 Einwohner, in der Metropolitan County Merseyside in Nordwestengland, ist das größte britische Zentrum der Glasindustrie. Marshall bot der zerstörten Landeshauptstadt Fensterglaslieferungen als Beitrag zum Wiederaufbau an. Daraus entstand am 3.9.1948 Stuttgarts erste Partnerschaft. Von 1949 bis 1976 fand zwischen beiden Städten jährlich ein Jugendaustausch statt. Seitdem konzentrieren sich die Begegnungen auf Chortreffen und Konzertreisen, Kunst­ausstellungen und Sportwettbewerbe, Kontakte zwischen Vereinen und Gewerkschaften. Bisher fanden über 100 Treffen statt. St. Helens war nur der Anfang. Die geografische Verteilung der Stuttgarter Partnerstädte ist typisch für das Land. Am Anfang standen Kontakte mit westlichen Ländern, es folgten neutrale Staaten, erst kurz vor dem Zusammenbruch des Ostblocks wurden Partnerschaften mit mittel- und osteuropäischen Staaten möglich oder erwünscht.

Stuttgarter Partnerstädte:

1948

St. Helens

England

1955

Cardiff

Wales

1960

St. Louis

USA

1962

Straßburg

Frankreich

1968

Bombay

Indien

1971

Menzel-Bourgiba

Tunesien

1979

Kairo

Ägypten

1988

Lodz

Polen

1989

Brünn

Tschechien

1992

Samara

Russland

Natürlich engagierte und engagiert sich nicht nur die Landeshauptstadt in Partnerschaften.

Alle gelungenen Brückenschläge baden-württembergischer Kommunen aufzuzählen, würde dieses Heft sprengen. Die meisten Gemeinden informieren auf ihrer Homepage über ihre internationalen Kontakte.

Internetadressen von Kommunen:
Partnerschafen (Auswahl
)

www.karlsruhe.de/Aktuell/Stadtzeitung
(über Karlsruhe-Nottingham, Karlsruhe-Temeschwar)

www.mairie-roanne.fr/menu.htm
(über Roanne-Reutlingen in französischer Sprache)

www.euregio.at/seiten/staedtepartnerschaft.htm
(über Förderung von Partnerschaften durch die EU)

www.wertheim.de/stadtinfo/partner.html
(Ringpartnerschaft mit Salon-de-Provence, Huntingdon and Godmanchester (East Anglia/England), Gubbio (Umbrien/Italien), Szentendre (Ungarn), für die Wertheim von der EU den »Goldenen Stern der Städtepartnerschaft« erhielt)

www.partnerschaftsverein-biberach.de
(Über die Partnerschaft Biberach-Valence gibt es eine Studie der Landeszentrale für politische Bildung .)

 

 


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