Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama

50 Jahre Partnerschaften
von Gemeinden und Schulen

Von Wolfgang Bohusch


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 
 

  

70er Jahre: Europa endet nicht an der Elbe 

»Augen auf ... und staunen« war das Motto eines Abends mit Traumbildern, Sketchen und Pantomimen in der Schule für Gehörlose, Schwerhörige und Sprachbehinderte in Neckargemünd. Gestaltet wurde der Abend gemeinsam mit dem Gymnasium für Hörgeschädigte in Prag. Dort findet die gemeinsame Arbeit ihre Fortsetzung. Gefördert wird das Projekt durch die Robert Bosch Stiftung.

Die Entspannungspolitik der Großmächte und die Ost-politik der Bundesregierung machten Kontakte auch mit der Osthälfte Europas möglich. Völkerverständigung mit Mittel- und Osteuropa wurde ein Arbeitsschwerpunkt der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart (4).

Die Fördertätigkeit in der Völkerverständigung hatte sich zunächst auf Frankreich gerichtet, ganz im Geist des Firmengründers und Stifters. Neuland betrat die Stiftung 1974 mit der Förderung der Verständigung mit Mittel- und Osteuropa, besonders Polen. Die kommunistische Regierung verstand zunächst nicht, warum sich eine deutsche Industriestiftung um Aussöhnung der beiden Völker bemühte. Geduld und praktische Arbeit der Stiftung überzeugten jedoch. Im folgenden Vierteljahrhundert setzte die Stiftung in den MOE-Staaten 68 Millionen Euro ein, davon 30 Millionen für Polen. Auch hier wieder der Blick von draußen - drei Fördermaßnahmen, die in Polen ganz besonders beachtet werden:

  • 1979 bis 1991 förderte die Stiftung Studien- und Begegnungsreisen von 643 deutschen und 300 polnischen Gruppen ins Nachbarland, 28 000 Jugendliche nahmen teil, 150 deutsch-polnische Schulpartnerschaften entstanden. Seitdem das Deutsch-Polnische Jugendwerk diese Aufgabe übernommen hat, konzentriert sich die Stiftung auf das Programm »Junge Wege in Europa«, das die Zusammenarbeit von Schüler- und Jugendgruppen mit Partnern in MOE-Staaten fördert.
  • In der Jugendbegegnungsstätte Kreisau/Krzyz·owa un­terstützte die Stiftung den Aufbau einer Dauerausstellung über den Widerstand gegen alle Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts. Neben Kreisau förderte sie auch die Lehr- und Tagungsstätte in Külz nördlich von Stettin/Szczecin und die Villa Decius in Krakau.
  • Das (ebenfalls von der Robert Bosch Stiftung unterstützte) Deutsche Polen-Institut in Darmstadt und die Stiftung haben gemeinsam die jetzt in fünfzig Bänden vorliegende »Polnische Bibliothek« ins Leben gerufen.

Im Jahre 2001 stiftete die Robert Bosch Stiftung darüber hinaus den Prix Apollinaire, der die jeweils beste Leistung im Abitur im Fach Französisch auszeichnet.

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Robert Bosch-Haus, Sitz
der Robert Bosch Stiftung
in Stuttgart-Ost

 


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