Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama

50 Jahre Partnerschaften
von Gemeinden und Schulen

Von Wolfgang Bohusch


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 
 

  

80er Jahre: Vom Austausch zur Projektarbeit - die EG entdeckt Jugend und Schule 

Studierende und ihre Lehrer aus vier Ländern feiern gemeinsam den Europatag in Lód´z im Mai 2000

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Katalanische Schüler schreiben das zweite Kapitel von Geschichten über eine Reise durch Europa, die von der Partnerklasse in Baden-Württemberg begonnen wurden, und deren drittes Kapitel die französischen Partner verfassen sollen. Zur Vorbereitung auf die Fahrt nach Baden-Württemberg haben sie auf Deutsch, Französisch, Spanisch und Katalanisch Poster über Feste und Bräuche ihrer Region gestaltet. Die ersten europäischen Bildungsprojekte ermöglichte das Programm Lingua.

Der klassische Austausch: die Gastgeber sitzen im Unterricht, die Gäste besichtigen das Stadtmuseum, war überholt. Die betreuenden Lehrer schlugen mit Erfolg transnationale Projektarbeit vor. Dazu schien |  jedes Thema geeignet: Musik, Jugendkulturen, Stadt, Umweltschutz, Essen und Trinken, Film, Politik, manchmal sogar Schule.

Dazu passte, dass das offizielle Europa, das damals noch EG hieß, sich plötzlich um Jugend und Schule kümmerte. Die erste Resolution über die europäische Dimension der Erziehung stammt aus dem Jahr 1988, also 31 Jahre nach den Römischen Verträgen. Doch dann ging es schnell. Bereits 1989 beschloss das Europäische Parlament das Programm Lingua, der Vertrag von Maastricht fordert, gemeinsame Projekte im Bereich Bildung und Erziehung finanziell zu unterstützen (Art. 126). 1995 begann Sokrates 1 mit der für Schulen bestimmten Aktion Comenius, im folgenden Jahr gab es bereits 2700 Comenius-Projekte mit Anträgen von 8500 Schulen. Mindestens drei Schulen aus wenigstens drei berechtigten Staaten (EU, EWR und Beitrittskandidaten) können bis zu drei Jahre lang finanzielle Unterstützung für gemeinsame Projektarbeit erhalten. Trotz komplizierter Antragstellung sehen die beteiligten Schulen positive Auswirkungen durch transnationale Zusammenarbeit, Projektarbeit, starkes Engagement der Schüler, Erweiterung des schulischen Horizonts, echte Kommunikation in Fremdsprachen und erhöhte Qualität. Erfreulich: Die europäischen Bildungsprojekte schließen auch die bei traditionellen Austausch­maßnahmen vernachlässigten Grundschulen ein, und es gibt mit Leonardo eine besondere Aktion für berufliche Schulen (im Bereich der Académie Lyon 23 Projekte, davon leider nur drei mit Deutschland, aber alle drei mit Partnern in Baden-Württemberg). Auffallend ist, dass fast alle Schulen, die sich am Programm Sokrates 1 beteiligten, auch am Nachfolgeprogramm Sokrates 2 (2000-2006) teilnehmen oder teilnehmen wollen.

 

 


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