Europa in Baden-Württemberg 50 Jahre - ein Panorama
50 Jahre Partnerschaften Von Wolfgang Bohusch |
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90er Jahre: MOE-Staaten als Partner und: neue Informations- und Kommunikationstechnologien
»Europa in Baden-Württemberg« gewinnt in den 90er Jahren zwei neue Dimensionen. Das Ende des
sowjetischen Blocks erleichtert Partnerschaften in mittel- und osteuropäischen
Ländern (MOE-Staaten) und die neuen Informations- und
Kommunikationstechnologien halten Einzug in baden-württembergische Schulen.
Partner aus MOE-Staaten dürfen
sich an europäischen Bildungsprojekten beteiligen, das DFJW/OFAJ fördert
Begegnungen mit Jugendlichen aus Polen und Tschechien als drittem Partner; das
am 17.6.1991 gegründete deutsch-polnische Jugendwerk leistet wertvolle Hilfe,
zudem sprechen die MOE-Partner meist sehr gut Deutsch. Kein Wunder, dass sich
die Zahl der deutsch-polnischen Schulpartnerschaften in den 90er Jahren auf
über 400 vervierfacht und
Jugendbegegnungen zum Alltag werden. In Stuttgarts Partnerstadt Lód´z waren es
im Schuljahr 2000/2001 allein zwölf mit Baden-Württemberg (Seminarkurse,
Theater-AG, Referendarkurse, Studienfahrten, Comenius-Projekte, politische
Bildung, Literatur). Beim Einsatz der neuen Kommunikationstechnologien geht Baden-Württemberg voran. Das Kultusministerium hat mit Unterstützung der Landesbildstelle das Modell »Schulen auf Draht« initiiert, das je vier Schulen in Baden-Württemberg, Rhône-Alpes, Katalonien und der Lombardei über eine Mailbox vernetzt. Ziel ist es, gemeinsam eine mehrsprachige Zeitung zu erstellen. Die technischen Schwierigkeiten sind anfangs enorm, aber die Begeisterung der Schüler ist noch größer, und die gemeinsame Zeitung erscheint. Erst gedruckte, später elektronische, transnational erstellte Zeitschriften werden zu einem Rückgrat vieler europäischer Projekte. In der Folgezeit avanciert das Internet zur wichtigsten Informationsquelle und E-Mail zum häufigsten Kommunikationsweg bei der europäischen Zusammenarbeit. In der Praxis wird der Spaß, den die elektronische Kommunikation macht, nur durch die Freude bei echten Begegnungen überboten. Wieviel Europa gibt es in den Schulen? Vor 50 Jahren waren europäische Kontakte von Schulen eine Ausnahme. Heute berichtet der Schulleiter eines Gymnasiums in einer württembergischen Kleinstadt: »Wir haben neben den Schüleraustauschmaßnahmen mit England, Spanien, Frankreich, USA, Australien, Mexiko und den Kontakten über unser Comenius-Projekt mit Polen und Spanien hinaus weitere internationale Kontakte. So wurde zwei Mal ein Projekt mit deutschen und spanischen Schülern durchgeführt zu den Themen >Faschismus< und >Moderne Technologien in den Naturwissenschaften und deren ethisch-moralische Aspekte >Debating<
Bei schulischen Festen (z.B.
Spanischer Abend) werden immer wieder ausländische Gäste einbezogen und die
hier am Ort lebenden spanischen Mitbürger eingeladen. So treten
Folklore-Gruppen und Musiker auf, zwei Mal wurde ein Konzert und Essen mit
Musikern aus dem Baskenland durchgeführt.« (5) Anmerkungen
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