Zeitschrift

Europa in Baden-Württemberg

50 Jahre - ein Panorama

Regio TriRhena

Von Wolfgang Bohusch


  Europa in Baden-Württemberg
Inhaltsverzeichnis

 

  


STREIFLICHTER

Seit 1995
besitzt das Dreiländereck eine gemeinsame Institution für zwei Millionen Menschen, den Rat der Regio TriRhena (www.regiotri-rhena.org). Er will über nationale Grenzen hinweg die Zusammenarbeit in einem Gebiet fördern, das nach seinem Selbstverständnis durch Kultur, alemannischen Dialekt und wirtschaftliche Ressourcen zusammengehört. Die EU unterstützt die RegioTriRhena im Rahmen ihrer Initiative INTERREG. Politische Kompetenzen hat die RegioTriRhena nicht, aber die Praxis überwindet zwischen Schwarzwald, Vogesen und Jura beispielhaft Grenzen. Übrigens gab es schon vom 15. bis 17. Jahrhundert eine Währungsunion zwischen Freiburg, Colmar und Basel, den Rappenmünzbund. 
 

Die RegioTriRhena ist Teil
des Gebiets der Oberrheinkonferenz (www.oberrheinkonferenz.de), die seit 1975 die Région Alsace, die beiden Baseler Kantone, Teile der Länder Baden-Württemberg (Regionen Mittlerer und Südlicher Oberrhein sowie Landkreis Lörrach) und Rheinland-Pfalz zusammenfasst. Sie beschäftigt sich mit Wirtschaftsförderung, Kultur, Jugend, Gesundheit, Umwelt und Verkehr.
 

Mitten in der EU und an der Grenze zur Schweiz
liegt die RegioTriRhena. Ihre zentrale Lage ist ihre Stärke. Aber für Frankreich und demnächst auch für Deutschland ist die Grenze mit der Schweiz die letzte Außengrenze. Längst ist die RegioTriRhena kulturell und wirtschaftlich vereint, zunehmend entstehen gemeinsame politische Strukturen wie Kommunale Zweckverbände. 50 000 Arbeitnehmer überqueren täglich die Grenzen.
 

 


Mehrsprachigkeit
ist ein zentrales Anliegen der Partner in den drei Ländern. Sie fordern, dass die Nachbarsprache

  • im Kindergarten angeboten und ab Klasse 1 der Grundschule verbindlich wird
  • verstärkt und berufsbezogen in beruflichen Schulen unterrichtet wird
  • möglichst früh auch im Sachfachunterricht eingesetzt wird.

Abitur und Baccalauréat sollen zwischen den drei Ländern abgestimmt, der Austausch von Lehrerinnen und Lehrern aller Schularten soll verstärkt und Hospitationen im Nachbarland sollen verbindlich werden.
 

Die vier Oberzentren
zeigen die kulturelle Identität und Anziehungskraft der Region. Die Münster in Freiburg, Colmar und Basel sind Zeugen eines gemeinsamen Erbes. Für die Museen in Mulhouse (Collection Schlumpf, Nationales Eisenbahnmuseum), Freiburg, Colmar (Unterlinden, Bartholdi) und Basel (Kunstmuseum, Tinguely) gilt der »Oberrheinische Museumspass«. Die Fremdenverkehrsämter von Basel, Mulhouse, Colmar und Freiburg bieten ein grenzüberschreitendes Kulturabonnement an und treten auf Tourismusmessen gemeinsam auf. Auch für die Route Verte / Grüne Straße von Vittel nach Neustadt wird dort gemeinsam geworben.

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Oldtimer im Museum Schlumpf in Mulhouse


Ein gemeinsamer Flughafen
,
der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, erwartete bis vor kurzem für das Jahr 2005 rund 4,5 Millionen Passagiere und hoffte auf 6000 Arbeitsplätze. Im November 2001(Wirtschaftslage und Terrorattentat auf das World Trade Center in New York) sanken die Passagierzahlen, und auch der Frachtverkehr war rückläufig. Nicht nur beim Flugverkehr denkt die Region über Grenzen hinaus. Der Rat der RegioTriRhena will, dass sie Knoten für die europäischen Hochgeschwindigkeitszüge wird; vor allem die Anbindung an den TGV fehlt bisher. Seit 1997 wird schrittweise die Regio-S-Bahn verwirklicht, gemeinsam wird der Rhein ab Rheinfelden als Binnenwasserstraße ausgebaut. Das Fußgänger- und Radwegenetz wird gemeinsam geplant.

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20000 EURO jährlich

stehen als Startfinanzierung für grenzüberschreitende Jugendprojekte zur Verfügung. Das »Forum Junior« und »Trans-Faire Jeunes« fördern den Austausch unter Jugendlichen in den drei Ländern (www.oberrheinkonferenz.de/d/jugend.htm). Praktika in Betrieben im Nachbarland und eine Vernetzung grenzüberschreitender Berufsausbildung unterstützt das Projekt »Euregio-Zertifikat«.

 

 


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