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STREIFLICHTER
Seit
1995 besitzt das Dreiländereck eine
gemeinsame Institution für zwei Millionen Menschen, den Rat der Regio TriRhena (www.regiotri-rhena.org).
Er will über nationale Grenzen hinweg die Zusammenarbeit in einem Gebiet
fördern, das nach seinem Selbstverständnis durch Kultur, alemannischen Dialekt
und wirtschaftliche Ressourcen zusammengehört. Die EU unterstützt die
RegioTriRhena im Rahmen ihrer Initiative INTERREG. Politische Kompetenzen hat
die RegioTriRhena nicht, aber die Praxis überwindet zwischen Schwarzwald,
Vogesen und Jura beispielhaft Grenzen. Übrigens gab es schon vom 15. bis 17.
Jahrhundert eine Währungsunion zwischen Freiburg, Colmar und Basel, den
Rappenmünzbund.
Die
RegioTriRhena ist Teil des Gebiets der
Oberrheinkonferenz (www.oberrheinkonferenz.de), die seit 1975 die Région
Alsace, die beiden Baseler Kantone, Teile der Länder Baden-Württemberg
(Regionen Mittlerer und Südlicher Oberrhein sowie Landkreis Lörrach) und
Rheinland-Pfalz zusammenfasst. Sie beschäftigt sich mit Wirtschaftsförderung,
Kultur, Jugend, Gesundheit, Umwelt und Verkehr.
Mitten
in der EU und an der Grenze zur Schweiz liegt die RegioTriRhena. Ihre
zentrale Lage ist ihre Stärke. Aber für Frankreich und demnächst auch für
Deutschland ist die Grenze mit der Schweiz die letzte Außengrenze. Längst ist
die RegioTriRhena kulturell und wirtschaftlich vereint, zunehmend entstehen
gemeinsame politische Strukturen wie Kommunale Zweckverbände. 50 000
Arbeitnehmer überqueren täglich die Grenzen.
Mehrsprachigkeit ist ein zentrales Anliegen der
Partner in den drei Ländern. Sie fordern, dass die Nachbarsprache
- im Kindergarten
angeboten und ab Klasse 1 der Grundschule verbindlich wird
- verstärkt und
berufsbezogen in beruflichen Schulen unterrichtet wird
- möglichst früh
auch im Sachfachunterricht eingesetzt wird.
Abitur und Baccalauréat sollen
zwischen den drei Ländern abgestimmt, der Austausch von Lehrerinnen und Lehrern
aller Schularten soll verstärkt und Hospitationen im Nachbarland sollen
verbindlich werden.
Die
vier Oberzentren zeigen die kulturelle Identität
und Anziehungskraft der Region. Die Münster in Freiburg, Colmar und Basel sind
Zeugen eines gemeinsamen Erbes. Für die Museen in Mulhouse (Collection
Schlumpf, Nationales Eisenbahnmuseum), Freiburg, Colmar (Unterlinden, Bartholdi)
und Basel (Kunstmuseum, Tinguely) gilt der »Oberrheinische Museumspass«. Die
Fremdenverkehrsämter von Basel, Mulhouse, Colmar und Freiburg bieten ein
grenzüberschreitendes Kulturabonnement an und treten auf Tourismusmessen
gemeinsam auf. Auch für die Route Verte / Grüne Straße von Vittel nach Neustadt
wird dort gemeinsam geworben.
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Oldtimer im Museum Schlumpf
in Mulhouse
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Ein
gemeinsamer Flughafen, der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg, erwartete bis vor
kurzem für das Jahr 2005 rund 4,5 Millionen Passagiere und hoffte auf 6000
Arbeitsplätze. Im November 2001(Wirtschaftslage und Terrorattentat auf das
World Trade Center in New York) sanken die Passagierzahlen, und auch der Frachtverkehr
war rückläufig. Nicht nur beim Flugverkehr denkt die Region über Grenzen
hinaus. Der Rat der RegioTriRhena will, dass sie Knoten für die europäischen
Hochgeschwindigkeitszüge wird; vor allem die Anbindung an den TGV fehlt bisher.
Seit 1997 wird schrittweise die Regio-S-Bahn verwirklicht, gemeinsam wird der
Rhein ab Rheinfelden als Binnenwasserstraße ausgebaut. Das Fußgänger- und
Radwegenetz wird gemeinsam geplant.

20000
EURO jährlich
stehen als Startfinanzierung für
grenzüberschreitende Jugendprojekte zur Verfügung. Das »Forum Junior« und
»Trans-Faire Jeunes« fördern den Austausch unter Jugendlichen in den drei
Ländern (www.oberrheinkonferenz.de/d/jugend.htm). Praktika in Betrieben im
Nachbarland und eine Vernetzung grenzüberschreitender Berufsausbildung
unterstützt das Projekt »Euregio-Zertifikat«.
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