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Sport
- von mlat. deportare = sich zerstreuen.
Weltweit
verbreitete Form körperlicher Aktivität und Übung aus spielerischem Antrieb.
Seine uneinheitliche Erscheinung fluktuiert zwischen den Phänomenen Spiel,
Kampf und Arbeit. Daraus resultiert die Unsicherheit seiner Theorie und die
Vielzahl umstrittener Deutungen. Charakteristisch für die sportliche Praxis ist
das Streben nach technischem Können, nach Leistung und Leistungsvergleich im
geregelten Wettkampf.
Röthig
u.a., Sportwissenschaftliches Lexikon, Schorndorf 1972
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Das Bild des
Sports in unserer Zeit ist wesentlich geprägt durch die tägliche Nachrichtenberichterstattung
in den Medien. Dabei ist festzustellen, dass mehr als 90 % dieser
Berichterstattung zum »Berufssport« erfolgt. Dieser professionelle Bereich hat
mit dem ursprünglichen Begriff »Sport« nicht mehr viel gemeinsam. Er ist
geprägt von Kommerzialisierung, Profitstreben, Sensation und Dopingproblemen.
Er wird inszeniert und als Unterhaltungsangebot präsentiert. Die täglichen
Nachrichten in Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen und Rundfunk darüber
ermöglichen es zahllosen Menschen an ihrem Arbeitsplatz wie auch in der
Freizeit, sich über das »goldene Tor« beim Fußballspiel am vergangenen
Wochenende, den spektakulären Unfall beim Automobilrennen oder den neuen
Weltrekord in der Leichtathletik zu unterhalten. Sport ist ein »kommunikatives
Ereignis«. Das belegen nicht nur die Medien, auch mehrere wissenschaftliche
Arbeiten bestätigen diese These. Wesentlich für diese Form der Beschäftigung
mit dem Thema ist jedoch, dass die »Konsumenten« passiv bleiben. Das aktive gemeinsame
Sporttreiben führt dagegen zu einer völlig anderen Qualität der
zwischenmenschlichen Beziehungen. Nur wer in einer Gruppe Walking betrieben hat
oder gejoggt ist, wer in einer Mannschaft »mitgekickt« oder in einer anderen
Disziplin gemeinsam mit anderen Schweißperlen vergossen hat, kann
nachvollziehen, wie intensiv verbindend dies sein kann. Daher soll im Zentrum
dieses Beitrags nicht der »Berufssport« stehen, sondern der Sport der über 26 Millionen Mitglieder,
die im Deutschen Sportbund in mehr als 10 000 Sportvereinen in Deutschland
organisiert sind.
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John (GB) und
Sven (D) wurden bei der Leichtathletik zu
Freunden
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»Sport verbindet«, so lautet das
Motto der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), mit dem auf die
gesellschafts- und sozialpolitische Bedeutung dieser Aktivität aufmerksam
gemacht wird. Die völkerverbindende
Funktion des Sports ist nicht neu. In der Vergangenheit zeigte sich, dass
zum Beispiel nach politischen oder kriegerischen Auseinandersetzungen gerade
der Sport erste neue Kontaktmöglichkeiten bot. Menschen gingen beim gemeinsamen
Spielen wieder aufeinander zu, sprachen miteinander, fassten wieder Vertrauen
zueinander. Ein besonders prägnantes
Beispiel für die integrative Wirkung
des Sports in Deutschland sind die Spätaussiedler.
Zahlreiche Angehörige dieser Volksgruppe fanden durch sportliche Aktivitäten
Kontakte und wurden - auch im Rahmen von Mitgliedschaften in Vereinen -
integriert. Heute sind aktive Sportlerinnen und Sportler anderer Nationalitäten
insbesondere in den Mannschaftssportarten aller Spielklassen zahlreich
vertreten. Gerade im Fußball wären ohne diese Aktiven viele Mannschaften gar
nicht mehr in der Lage ein komplettes Team zu stellen. Für die ausländischen
Spieler ist dies eine sehr gute Möglichkeit, lokal und regional Kontakte zu
knüpfen und auch Anerkennung zu erfahren.
Der kulturelle und sportliche
Austausch ist jedoch nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche von besonderer Bedeutung.
Heranwachsende treiben gern Sport und tauschen sich dabei miteinander aus. Über alle Sprachbarrieren hinweg
fällt dies hier leicht, da das Regelwerk in den Sportarten von Ländergrenzen
unabhängig ist, die technischen und taktischen Voraussetzungen für die Aktiven
transparent und nachvollziehbar sind. Sie bleiben in Kontakt, und in vielen
Fällen entstehen Freundschaften. Durch gemeinsame Unternehmungen lernen sie so
andere Länder, Regionen und deren Kultur kennen und besser verstehen.
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Fußballmannschaft des
SV 03 Tübingen: (vorn von links) Ekrem
Simsek, Toni Mlisic, Daniel Wespel, Gero Sindek,
Tobias Blankenhorn, Sezgin Yildiz, Jörg
Kocher; (Mitte von links) Trainer Peter Biesinger,
Tobias Göbel, Tobias Walter, Iltian Kaplan,
Ferhat Yilmaz, Tom Schumacher, Co-Trainer Michael
Meissner; (hinten von links) Massa Koura, Michael
Schlachter, Suerimez Kaplan, Perica Lekavski,
Nazif Spago.
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Die Erkenntnis, dass der Sport
eine völkerverbindende Funktion besitzt, machen sich viele Länder und Regionen,
aber auch die zentralen Behörden der Europäischen
Union (EU) zunutze. Am Beispiel von Baden-Württemberg
wird im Folgenden aufgezeigt, wie dieser Ansatz konsequent umgesetzt wurde
und wird. Eine wesentliche Folge der
Gründung der EU ist, dass die Nationalstaaten immer mehr Souveränitätsrechte
verlieren. Andererseits gewinnen gerade die Regionen und Kommunen hinsichtlich
ihrer kulturellen Identität in einem vereinten Europa immer mehr an Bedeutung.
Dem trug die EU dadurch Rechnung, dass sie der Subsidiarität in Bezug auf den
Erhalt regionaler Besonderheiten stärkere Bedeutung zumaß. Dies führte auch zur
Gründung des Ausschusses der Regionen bei der EU. Die Wahrung der regionalen
Identität, ihrer spezifischen Eigenarten sowie ihrer Prägung durch Geschichte
und Landschaft bilden eine wichtige Aufgabe. Unter dem Motto »Gemeinschaft in Vielfalt« wirkt auch
Baden-Württemberg auf eine Intensivierung der
Zusammenarbeit zwischen den europäischen Regionen hin.
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