Europa in Baden-Württemberg 50 Jahre - ein Panorama Sport verbindet Von Lothar Bösing |
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Ein wegweisendes Kooperationsprojekt mit dieser Zielsetzung beschlossen die politischen Spitzen von Baden-Württemberg, Rhône-Alpes, Katalonien und der Lombardei am 9. September 1988. Mit der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft sollten die bereits bestehenden bilateralen Partnerschaften zwischen diesen Regionen zukunftsorientiert intensiviert und zu einem immer engeren Verbund vertieft werden. Die Vorreiterrolle, welche die vier Regionen mit dieser Kooperation übernahmen, brachten sie auch mit der Bezeichnung »Vier Motoren für Europa« zum Ausdruck. Die Gründer machten deutlich, dass sie unterhalb der nationalstaatlichen Ebene einen nachhaltigen, eigenständigen Beitrag zur europäischen Integration leisten wollen.
Ziele des Zusammenschlusses der »Vier Motoren« waren und sind
Auf dem Gebiet des Sports finden im Rahmen der »Vier Motoren für Europa« regelmäßige Begegnungen insbesondere von Jugendlichen statt. Nicht selten entwickeln sich aus diesen ersten Kontakten auch Freundschaften. Über die sportliche Begegnung hinaus werden bei gemeinsamen Ausflügen, Diskussionsrunden und Festen Eindrücke und Erfahrungen über die jeweils andere Kultur ausgetauscht. Beim Besuch von kulturellen Sehenswürdigkeiten erfahren die Jugendlichen auch etwas über die Geschichte des jeweiligen Gastgeberlandes und seine Bewohner.
Im Jahr 2000 standen
Jugendvergleichswettkämpfe in den Sportarten Tischtennis, Leichtathletik,
Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Ski, Kanu und Golf auf dem
Veranstaltungskalender der »Vier Motoren«. Darüber hinaus fanden mehrere
gemeinsame Trainingsmaßnahmen im Leistungssport statt. Wesentlicher Bestandteil
aller Projekte ist ein in den Richtlinien für die Ausrichtung und Durchführung
verbindlich vorgeschriebener kultureller Programmteil. Erfreulich ist die Offenheit, mit der sich die Jugendlichen bei diesen Treffen begegnen. Der Austausch über aktuelle regionale wie überregionale Probleme und die Ansätze zu deren Lösung unterstreicht die Bedeutung dieser Treffen für das gegenseitige Verständnis der Menschen in einem immer weiter zusammenwachsenden Europa.
Neben solchen Sportbegegnungen
veranstalten die Mitgliedsregionen regelmäßig Kongresse, Fachtagungen,
Austauschprogramme, Ausstellungen und andere Projekte mit Sportbezug. ARGE ALP
Sowohl die Aktivitäten im Rahmen der »Vier Motoren« als auch die der ARGE ALP können vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport bezuschusst werden, sobald sie in das offizielle Austauschprogramm aufgenommen sind. Anfragen sind an das Ministerium zu richten. Doch nicht nur im Rahmen der Kooperationen »Vier Motoren für Europa« und der ARGE ALP wird deutlich, dass Baden-Württemberg auf ein enges Netzwerk europäischer Regionen hinwirkt.
Weitere Aktivitäten Ein interessantes Beispiel grenzüberschreitender Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Sports bildet auch die Multiplikatorenschulung zum Thema »Sport und Umwelt«. Lehrer aus dem Elsaß und aus Baden-Württemberg wurden und werden in gemeinsamen Lehrgängen in deutscher und französischer Sprache zu Multiplikatoren für dieses Thema fortgebildet. In ihren Regionen führen sie nun ebenfalls Schulungen zu diesem Thema mit Teilnehmern aus beiden Regionen durch. Die überaus positiven Erfahrungen mit diesem Projekt führten dazu, dass über eine Ausweitung auf die grenznahen Gebiete der Schweiz und Österreichs nachgedacht wird. Die Sensibilisierung der Teilnehmer für den Umgang von Sportlern mit der Natur in den anderen Regionen war ein eindrucksvolles Beispiel, wie wir uns durch solche Kontakte aufeinander zu bewegen können. Das gemeinsame Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten über Grenzen hinweg zeigt, dass nicht nur einheitliche Regelungen durch die nationalen Regierungen oder durch die Europäische Kommission in Brüssel zu einem vereinten Europa führen können. Auch bei Schulsportbegegnungen knüpfen Jugendliche und deren Betreuer Kontakte. So findet unter dem Dach der internationalen Schulsportföderation in unterschiedlichen Regionen jedes Jahr ein internationales Schulsportfest statt. Ausrichtung und Programm vereinbaren die zuständigen Behörden der Mitgliedsregionen. In den vergangenen Jahren wurden Wettkampfbegegnungen in zahlreichen Sportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, Geräteturnen, Basketball, Fußball und Handball ausgetragen. Nicht selten entwickeln sich aus diesen ersten Begegnungen über persönliche Verbindungen hinaus zum Beispiel auch Schulpartnerschaften. »Sport verbindet«, so lautet das eingangs erwähnte Motto der DOG. Diese verbindende Funktion des Sports wird nicht zuletzt durch die geplante Einrichtung eines Beauftragten für Sport bei den Vereinten Nationen (UN) deutlich. Dieser soll die Möglichkeiten des Sports zu einer besseren Völkerverständigung nutzen.
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