Zeitschrift

Migration

  • Glaubensflüchtlinge: Waldenser
  • Schwabenzüge nach Russland, Polen und in die Donauländer
  • Auswanderung nach Nordamerika im 18. und 19. Jahrhundert
  • Zweiter Weltkrieg - erzwungene Migration: NS-Umsiedlungsaktion Neue Heimat für die Vertriebenen
  • Migration nach Deutschland: Gastarbeiter 1955 - 2000  - Migration heute


Heft  45 - 2002

 



 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Das 2004 verabschiedete, 2005 in Kraft tretende neue Zuwanderungsgesetz sowie die anhaltende Nachfrage nach Heft 45 »Migration« der Reihe DEUTSCHLAND & EUROPA, besonders aus dem Bereich der Schulen, hat uns bewogen, eine weitere Auflage erscheinen zu lassen. Kapitel V.2 »Migration aktuell« wurde neu verfasst und der
Materialienteil dazu aktualisiert.

Wenn von Einwanderungsländern die Rede ist, denken wir an klassische Fälle wie die USA, Australien, Neuseeland, vielleicht noch an Brasilien und Argentinien. Aber auch innerhalb Europas hat es immer wieder gewaltige Migrationswellen gegeben. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es Massenfluchtbewegungen aus Osteuropa und der Sowjetunion in den Westen. Zwischen 1939 und 1945 waren 50 bis 60 Millionen Menschen auf der Flucht, wurden vertrieben, deportiert, als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Viele fanden eine neue Heimat, viele wurden zwangsumgesiedelt und manche konnten, wenn sie überlebten, in ihre alte Heimat zurückkehren. Einige westeuropäische Länder rekrutierten nach dem Zweiten Weltkrieg in großer Zahl fremde Arbeitskräfte aus ärmeren Regionen in der Annahme, es handele sich um eine zeitlich begrenzte Maßnahme. Millionen von ihnen sind inzwischen in ihren Aufenthaltsländern nach Familiengründungen oder mit nachziehenden Angehörigen sesshaft geworden.

Eine OECD-Untersuchung hat im Raum der Europäischen Union in den letzten vierzig Jahren kontinuierlich einen Nettozuwachs an Zuwanderern festgestellt, Flüchtlinge und Asylsuchende eingerechnet. In der vom Ministerium für Kultus und Sport Baden-Württemberg gemeinsam mit der
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg 1993 herausgegebenen Broschüre »Gegen Haß und Vorurteile. Erziehung zu Toleranz und friedlichem Miteinander« wird dem Rechnung getragen. Es heißt dort: »Deutschland ist faktisch ein Einwanderungsland geworden […] Dabei geht es nicht um das Ob, sondern um das Wie eines friedlichen Zusammenlebens.«

Dem seit 2002 gültigen Bildungsplan für das Gymnasium sind für die Kursstufe fünf fächerverbindende Themen vorangestellt. Thema 1 lautet »Migration«. Genannt werden unter anderem: Ursachen von Migration, Emigration in die Neue Welt, Flucht und Vertreibung im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg, Immigration nach Deutschland (»Gastarbeiteremigration« und »Deutschland als Einwanderungsland«). Auch bei den fächerspezifischen Lehrplänen wird der Themenkomplex Migration entweder als Pflichtteil oder als Wahlmodul genannt (vgl. Bildungsplan, S. 12). In den Jahrgängen der Sekundarstufe I kann das vorliegende Heft ebenfalls eingesetzt werden und im Zusammenhang mit folgenden Themen als Grundlage für weitere Spurensuche dienen: »Glaubensflüchtlinge«, »Aus Europäern werden Amerikaner«, »Auswanderung – Flucht vor der Not«, »Deutsche im Ausland – Fremde in Deutschland«, »Nationalsozialistische Zwangsumsiedlungspolitik «, »Deutsche finden eine neue Heimat«, »Gastarbeiter, Aussiedler und Asylbewerber – Zuwanderung nach Deutschland«.

Möge das aktualisierte Heft dazu beitragen, unsere Fähigkeit zu stärken, »mit Fremden und Fremdem tolerant umzugehen und eigene Handlungsmöglichkeiten zur Förderung des Verständnisses zwischen Zugewanderten und Einheimischen zu erschließen« (Bildungsplan 2001, S. 11).

Lothar Frick
Direktor
Landeszentrale
für politische Bildung
Baden-Württemberg
Walter-S. Kircher
Redaktion

 
 

 

 


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