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Zeitschrift Migration
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M 2 Karte der Waldensertäler im Piemont
M 3 Karte der Waldenserorte in Württemberg
An seine Durchlauchtigste Hoheit, den Herrn Herzog von Württemberg. Etienne Sallen und David Conte, Deputierte von ungefähr vierzig Waldenserfamilien, teilen mit tiefstem Respekt Eurer Durchlauchtigsten Hoheit mit, dass sie gezwungen sind, das Land Seiner Exzellenz, des Grafen von Isenburg und Büdingen zu verlassen, weil dort eine zu große Anzahl von Familien angesiedelt wurde im Verhältnis (zur Größe) des Landes, das man ihnen gegeben hat, so dass nach Absprache unter ihnen ein Teil dort bleibt und der andere – das sind die beauftragten Petenten – mit Zustimmung des Herrn Grafen und mit Genehmigung des Herrn Valkenier, Gesandter der Generalstaaten, einen Ort suchen, wo sie sich niederlassen können, und sie wünschten mit Leidenschaft, sich unter den Schutz Eurer Durchlauchtigsten Hoheit begeben zu dürfen. Aus diesen Gründen, Gnädiger Herr, wenden sich die beauftragten Bittsteller an die Milde Eurer Durchlauchtigsten Hoheit, damit es Ihnen gefallen möge, ihnen Ihren mächtigen Schutz und einen Ort zur Ansiedlung mit dem notwendigen Land zu gewähren und unter anderem, wenn dies Ihr Wohlgefallen findet, im Amt Brackenheim in den Gemeinden Nordheim und Hausen, wo sie glauben, dass es Stätten geben wird, die zu Äckern und Wiesen urbar gemacht werden können, genügend für die genannten Familien, die Sie untertänigst bitten, die Barmherzigkeit zu haben, sie ihnen zu geben zu allgemein denselben Privilegien und Befreiungen, sowohl für den geistlichen als auch für den weltlichen Bereich, die Sie schon den anderen Kolonien gewährt haben, die in Ihren Staaten aufgenommen worden sind. Dies erhoffen sie, weil diese Gnade ja schon vor einigen Wochen anderen Waldenserfamilien gewährt worden ist, die seitdem in Wiernsheim im Amt Maulbronn aufgenommen worden sind. Die Bittsteller werden bemüht sein, Ihnen im übrigen nicht zur Last zufallen, und sie werden unaufhörlich zu Gott beten für die Gesundheit Eurer Durchlauchtigsten Hoheit und Ihres ganzen durchlauchtigsten Hauses und für das Glück Ihrer Waffen und Ihrer blühenden Staaten. 28. Mai 1700. David Conte, Deputierter; Etienne Sallen, Deputierter. Zit. nach: Maier 1992, S. 6 (Dort auch das Bittschreiben in Faksimile nach der Originalvorlage im Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 240, Bü 32 sowie die Transkriptionen des Schreibens in zwei Fassungen – vgl. Maier, 1992, S. 4–5 und S. 7)
M5 Entwicklung der Bevölkerung in Nordheim
M6 Königlicher Erlass von 1823 Im Namen des Königs. Seine Kön. Majestät haben vermöge höchster Entschließung vom 7. d. M. in Betreff der Vereinigung der reformierten Kirchengemeinden des Landes mit den Lutherischen Folgendes verfügt: 1) Der Gebrauch der französischen Sprache in den Kirchen und Schulen der Reformirten soll, jedoch unter der Beschränkung, verboten werden, daß
2) Zur Erleichterung der Anschaffung deutscher Schul- und Gesangbücher in den reformierten Gemeinden sind auf 6 Jahre von 1821 bis 1827 jährlich 25 fl. und außerordentlicher Weise für das Jahr 1823–1824 75 fl. ausgesetzt. […] 8) Die neuerlich bei der Synode in einer schriftlichen Eingabe erklärte Weigerung der Gemeinde Nordhausen, auf ihr Pfarr-Besetzungs-Recht Verzicht zu leisten, wird nicht berücksichtigt, da diese Gemeinde sich im Jahr 1818 zur Leistung des Verzichts geneigt erklärt hat, und diese Erklärung in Folge Kön. Entschließung vom 9. Nov. 1821 ausdrücklich angenommen worden ist. Die Gemeinde ist daher auf ihre frühere Erklärung zu verweisen. […] Stuttgart 19. 9. 1823 Wächter Aus: Kiefner 1990, S. 785–786
uspier par mot de ana perdre la lango e lu deit dei Vaudoa a Serres, Württemberg Lango, tam bello, S ki Armant d anvirung s n amukaven beng, Deutsche Übersetzung: Sprache, so schön, unsrer Väter, der
Waldenser, der alten, du bist am Ende. Aus: Maier 1991/92, S. 15
M8 Waldenser heute? – ein Interview
Thomas: Bei mir ist es ähnlich. Der Kontakt begann über meine Großmutter, die jedes Jahr zum Deutschen Waldensertag gefahren ist, durch Jugendfreizeiten im Henri- Arnaud-Haus in Schönenberg und durch Reisen in die Waldensertäler in Italien.
Welche Rolle hat das waldensische Erbe in eurem Leben bisher gespielt? Thomas: Ich habe meinen Zivildienst in einem Altersheim in den Waldensertälern abgeleistet und dadurch die Waldensergemeinden in Italien gut kennen gelernt. Meine Frau hat dort ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. Deshalb haben wir dort auch viele Freunde. Mich fasziniert auch die Weltoffenheit der Waldenserkirche. Die Organisationsstruktur dort mit ihren Kirchenversammlungen ist viel demokratischer als die Kirche hier und es werden brisante, aktuelle Fragen diskutiert. Glaubt Ihr, dass die Menschen in Nordhausen durch ihre
waldensische Vergangenheit Fremden verständnisvoller begegnen? Felix: In den frühen 90er-Jahren wurde ein Wahlplakat der Republikaner in Nordhausen anonym mit dem Spruch »Waldenser sind auch Asylanten« überpinselt. Interview der Verfasserin mit Felix Hertner und Thomas Perrot, Nordhausen, beide Mitte 30, im Jahr 2001
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