Zeitschrift

Rhône-Alpes

Partnerregion von Baden-Württemberg


Heft  48 - 2004

Hrsg.: LpB


 

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Grußwort der Ministerpräsidenten

Die Region Rhône-Alpes verbindet eine lange, intensive und freundschaftliche Beziehung mit Baden-Württemberg. Beide teilen den Gedanken an ein geeintes Europa, gestützt auf selbstständige und eigenverantwortliche Regionen.

Die herausragende wirtschaftliche Stellung Baden-Württembergs innerhalb Europas ist Folge einer stets auf Entwicklung, Fortschritt und sozialen Wohlstand ausgerichteten Politik. Um uns und allen anderen europäischen Regionen diese Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten, aber auch um den Menschen in den Regionen die Identifizierung mit ihrer Heimat zu belassen, weisen wir in Baden-Württemberg beharrlich auf die Bedeutung der Regionen innerhalb Europas hin. Im Raum der Europäischen Union muss das Prinzip der Subsidiarität erhalten bleiben. Ich habe mich dafür auch nachhaltig als Mitglied des Europäischen Verfassungskonvents eingesetzt. Mit besonderem Interesse blickt Baden-Württemberg auf den Dezentralisierungsprozess in Frankreich. Er gibt der Region Rhône-Alpes die Möglichkeit, ihre regionale Politik entsprechend den Bedürfnissen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. Wir hoffen, dass mit der Dezentralisierung neue Akzente für unsere Zusammenarbeit gesetzt
werden können.

Einer der Schwerpunkte unserer praktischen Kooperation liegt in der Arbeit der »Vier Motoren für Europa«. Bereits im Jahre 1988 trafen sich die Präsidenten der Regionen Baden-Württemberg, Katalonien, Rhône-Alpes und Lombardei in Stuttgart und unterzeichneten ein Abkommen zur wirtschaftlichen Kooperation. Einerseits verfolgten die Präsidenten der »Vier Motoren für Europa« in der Folge konsequent das Ziel, die Bedeutung der Rolle der Regionen innerhalb des europäischen Integrationsprozesses zu
betonen. Andererseits galt das Engagement der Entwicklung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Beziehungen. So entstand ein Netzwerk, das für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen zahlreiche positive Impulse gegeben hat und gibt, ein Netzwerk, in dem auch die Verschiedenheit der Partner die Regionen gegenseitig bereichert.

Besonders intensiv ist die Kooperation in den Bereichen Jugend und Bildung sowie unter der Leitung der Arbeitsgruppe »Commission on Higher Education and Research (CHER), der Hochschulen. Seit 1992 finden regelmäßig wissenschaftliche Kolloquien und Workshops sowie Treffen der Rektoren und Präsidenten der Hochschulen der Regionen statt. Es ist gelungen, ein gemeinsames wirtschaftswissenschaftliches Studienprogramm ins Leben zu rufen und es werden diverse Stipendien für den Schüler- und Studentenaustausch vergeben. Auf diese Weise fördern wir die Erweiterung des Horizonts und vermitteln den kommenden Generationen unser Selbstverständnis europäischen Miteinanders.

Mit der vorliegenden Publikation aus der Reihe »Deutschland & Europas« wird die französische Region Rhône-Alpes vorgestellt. Dies ist ein wertvoller Beitrag zur Verständigung innerhalb Europas. »Um den Wert des Fremden zu fühlen, müssen wir uns erst in die Gesinnung und die geistige Richtung eines anderen Volkes versetzen lernen. Das wird nicht ohne Arbeit und Mühe erreicht«, stellte schon Wilhelm Grimm fest. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass sich die Bürgerinnen und Bürger Europas gegenseitig kennen lernen, gute nachbarschaftliche Beziehungen aufbauen und pflegen und die Vielfalt Europas persönlich erfahren und schätzen lernen: Aufgabe der Politik ist es auch, den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, was sie nach der Erweiterung erwarten dürfen. Es muss deutlich werden, welche Chancen für die Zukunft für alle damit verbunden sind.

Erwin Teufel
Ministerpräsident des Landes
Baden-Württemberg

  


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